Statements des BDL-Präsidenten

Leasing-Wirtschaft ist prädestiniert, Investitionen in Industrie 4.0 zu realisieren

BDL-Präsident Martin Mudersbach analysiert das Leasing-Neugeschäft 2016, das herrschende Investitionsklima und die konjunkturellen Aussichten. Der BDL-Präsident beschreibt das Wachstumspotenzial, das Industrie 4.0 für die Leasing-Wirtschaft bietet und nennt die Gründe, warum Leasing prädestiniert ist, den digitalen Wandel der Wirtschaft zu begleiten.  

Erfahren Sie mehr

Schwerpunkte der Verbandsarbeit

Ein Gespräch mit BDL-Präsident Martin Mudersbach über die Handlungsfelder der Verbandsarbeit

Der Vorstand des BDL ließ die Geschäftsführer der Mitgliedsgesellschaften im Herbst 2015 über ihre Zufriedenheit mit der Verbandsarbeit sowie über künftige Dienstleistungen und Angebote des BDL befragen. Was waren für Sie die wichtigsten Ergebnisse dieser Mitgliederbefragung? 

Martin Mudersbach: Die Geschäftsführer haben mit hoher Übereinstimmung ein klares Bild von den Schwerpunkten künftiger Verbandsarbeit gezeichnet. Sie haben Wünsche für konkrete Dienstleistungsangebote geäußert, die Ausrichtung für das Weiterbildungsprogramm vorgegeben und neue Veranstaltungsformen angeregt. Bestätigt wurde die strategische Ausrichtung der Verbandsarbeit auf die beiden Standbeine Interessenvertretung und Dienstleistung. Beide Aspekte haben für die Mitglieder, unabhängig von ihrer Unternehmensgröße, einen ähnlich hohen Stellenwert. Im Vergleich zur Befragung im Jahr 2008 sehen die Geschäftsführer heute einen noch größeren Nutzen in ihrer Mitgliedschaft und zwar für die Branche, aber auch für das eigene Unternehmen und letztlich sogar für den Befragten persönlich. Dies freut uns natürlich und bestätigt unsere Arbeit als Vorstand. 

Zum Interview

Gelungener Jahresstart der Leasing-Wirtschaft

BDL-Präsident Martin Mudersbach berichtet in seiner Eröffnungsrede der 30. Mitgliederversammlung des BDL am 27. April 2016 in Essen über den - trotz getrübter Investitionsstimmung der Wirtschaft - gelungenen Jahresstart der Leasing-Branche und analysiert die aktuellen aufsichtlichen Rahmenbedingungen.

Im Anschluss stellt Dr. Gerhard Schick, Bündnis 90/Die Grünen, die Grundzüge grüner Wirtschafts- und Finanzpolitik vor.

 

 

Video wird geladen...

Auszüge aus der Eröffnungsrede des Präsidenten

„Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben kürzlich ihre Gemeinschaftsdiagnose veröffentlicht. Danach befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem moderaten Aufschwung, der getragen wird vom privaten Konsum und der Bauindustrie. Die Dynamik der Ausrüstungsinvestitionen, die für unsere Branche entscheidende Kennzahl, entwickelt sich nach der Analyse der Institute weiterhin nur gering: Die Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge, IT und andere Wirtschaftsgüter sollen im laufenden Jahr um 2,5 Prozent und im nächsten Jahr um 3,3 Prozent zunehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium rechnet in seiner Frühjahrsprojektion für das nächste Jahr sogar nur mit 2,5 Prozent. Einzig die Bauinvestitionen zeigen sich vielversprechend. Die Ökonomen führen die schwache Investitionstätigkeit auf deutlich eingetrübte Unternehmenserwartungen zurück. Angesichts der aktuellen Lage und der Aussichten würde ich nicht nur von einer Eintrübung des Investitionsklimas sprechen, sondern von einem Frost. Das prognostizierte Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen ist zu gering, um den Investitionsrückstand der deutschen Wirtschaft aufzuholen und damit unsere Wettbewerbsposition international zu sichern oder gar auszubauen. Wir haben es schon oft wiederholt: Um aus ihrer Investitionsstarre aufzuwachen, braucht die Wirtschaft schnell spürbare Anreize für einen deutlichen und nachhaltigen Anstieg der privaten Investitionen.  (…)

Leasing mit gutem Jahresstart 
Aber es gibt angesichts dieser frustrierenden Situation auch eine erfreuliche Nachricht: Trotz getrübten Investitionsstimmung geht es der Leasing-Wirtschaft gut. Die BDL-Umfrage zum vergangenen Jahr zeigt ein deutliches Plus beim Mobilien-Leasing. Auch der Start ins neue Jahr ist gut geglückt. Nach der Trendmeldung für das erste Quartal wuchs das Mobilien-Leasing um 10 Prozent. Überdurchschnittlich steigerte sich das Neugeschäft in den Segmenten Maschinen und Nutzfahrzeugen. (…)

Small banking box
Und es gibt noch einen Silberstreif am Horizont: Bundesfinanzminister Schäuble überraschte kürzlich mit Aussagen, dass er weniger Regulierung für kleine Banken will. In einem gemeinsamen Vorstoß mit dem britischen Schatzkanzler heißt es, dass die vom Baseler Ausschuss erarbeiteten Regulierungsstandards im Laufe der Zeit äußerst kompliziert geworden seien, da sie vor allem auf die großen, systemrelevanten Institute zugeschnitten sind. Dies stelle für kleinere Banken einen Wettbewerbsnachteil dar. Regulatorische Erleichterungen für kleinere, weniger komplexe Banken seien daher sinnvoll, wird das Finanzministerium von der FAZ zitiert. Was für diese besagten kleineren, nichts systemrelevanten Banken gelten soll, muss auch für mittelständische Leasing-Gesellschaften zutreffen.“

Auszug aus der Rede von Herrn Dr. Gerhard Schick

Als politischer Key-Note-Speaker geht Dr. Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, auf drei Aspekte ein: 1. Übernutzung der Erde 2. Dezentralität als Prinzip der Marktwirtschaft und 3. europäische Orientierung. Der Volkswirt spricht sich in Bezug auf den Finanzsektor für eine eigenständige Regulierung von kleinen, regional tätigen Banken mit Standardgeschäft aus. In anderen Ländern wie in Kanada oder den USA gebe es bereits Vereinfachungen für kleine Banken. Am Beispiel der Negativzinsen erläutert Dr. Schick, dass aus seiner Sicht der Finanzmarkt „aus dem Tritt“ sei. Es werden reale Investitionen gebraucht. Die „Hausaufgaben“ müssten daher in den Hauptstädten gemacht werden. Der Juncker-Fonds sei ein erster Schritt, jedoch stimme die Größenordnung noch nicht. Die Grünen setzten sich für die Stärkung von staatlichen und privaten Investitionen im Sinne eines „Green New Deal“ ein.