Asset-Management

Leasing-Gesellschaften managen Investitionsgüter für ihre Kunden

Leasing und Service haben eine zentrale strategische Bedeutung in der Unternehmensplanung

Der Reichtum liegt nicht im Eigentum, sondern vielmehr im Gebrauch, stellte schon der griechische Philosoph Aristoteles im 4. Jahrhundert vor Christus fest. Dies ist nach wie vor die Grundidee des Leasing, die durch die Verbindung von Finanzierung und begleitendem Service optimiert wird. Denn während bei der Etablierung des Leasing vor über 50 Jahren in Deutschland noch die reine Finanzierung im Vordergrund stand, gibt heute verstärkt der begleitend angebotene Service für viele Unternehmen den Ausschlag, ihre Investitionspläne mittels Leasing zu realisieren. Dies gilt besonders beim Fahrzeug- und IT-Leasing, gewinnt aber auch bei anderen Investitionsgütern stetig an Bedeutung. Die Leasing-Gesellschaften bieten neben der Objektfinanzierung ein ganzes Bündel ergänzender Dienstleistungen an, die für den Kunden einen deutlichen Mehrwert darstellen. Denn während sich die Leasing-Gesellschaft um den Service kümmert, um eine effiziente Nutzung des Investitionsobjekts zu gewährleisten, kann sich der Leasing-Kunde voll auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

Service beginnt mit kompetenter Beratung

Nicht zuletzt aufgrund umfangreicher Serviceangebote nimmt Leasing inzwischen eine zentrale strategische Bedeutung in der Unternehmensplanung ein. Wartung, Reparatur, Service-Hotline, technische Kundenberatung, Versicherungsmanagement, Schadensmanagement, Austausch oder Interimsobjekt, Software-Updates oder Reporting-Systeme sind nur einige Beispiele aus der reichhaltigen Dienstleistungspalette, die angeboten wird. Aber Service fängt schon einen Schritt vor der Nutzung an: bei der Beratung und Auswahl des Investitionsgutes. Leasing-Gesellschaften gelten als ausgewiesene Kenner der Investitionsgütermärkte und verfügen über das entsprechende Objekt-Know-how. Dies reicht bis zur Begleitung der Kunden in ausländische Märkte. Sie wissen um die spezifischen Eigenschaften und Einsatzbedingungen der EDV, der Produktionsmaschine, der Fahrzeuge etc. und können ihre Kunden entsprechend kompetent beraten. 

Wie relevant dieses Know-how ist, bestätigt auch Erika Schach, Geschäftsführerin der SaarOTEC Saarländische Oberflächenbearbeitung + Technik GmbH: „Für uns ist eine starke Beratung in allen Fragen rund um das zu finanzierende Objekt einer der wichtigsten Servicebestandteile des Leasing.“ Die Geschäftsführerin, deren Unternehmen die Automobilindustrie beliefert, investierte rund 15 Mio. Euro in Bearbeitungszentren, Reinigungsanlagen und Montagetechnik für die Komplettbearbeitung von ZSBZylinderkurbelgehäusen für namhafte Fahrzeughersteller.

Asset Management über den gesamten Lebenszyklus

Besonders wichtig ist die Beratung bei Unternehmen, deren geplante Investition wenig mit der originären Geschäftskompetenz zu tun hat. Dies ist z. B. bei vielen Investitionen in IT und Büromaschinen der Fall. Hermann Schwelling Maschinenbau (HSM) in Frickingen stellt innovative Büro- und Umwelttechnik her – Aktenvernichter, Schneidemaschinen, Ballenpressen, Crusher etc. Das Familienunternehmen mit 700 Mitarbeitern gehört zu den „Hidden Champions“ der deutschen Exportindustrie und expandierte in den vergangenen Jahren stark. Mit dem erfolgreichen Wachstum begann die Geschäftsführung intensiv auch interne Strukturen und Prozesse zu überprüfen. Als ein Projekt sollte die komplette Druckerlandschaft (inklusive Kopierer, Scanner, Faxgeräte) in Deutschland und an vier internationalen Standorten neu strukturiert werden. Ziel war es, die Effizienz zu steigern – aus ökologischer und ökonomischer Sicht. In Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung des Maschinenbauers löste eine auf Technologie-Management spezialisierte Leasing-Gesellschaft diese Herausforderung. Sie begleitete die Planung und Ausschreibung der neuen Infrastruktur und entwickelte nach einer Bedarfsanalyse flexible Nutzungskonzepte für das Unternehmen. Bei gleichbleibendem Druckvolumen konnten die Betriebskosten gesenkt und die Anzahl der Drucker reduziert werden. Insgesamt wurden die monatlichen Kosten halbiert. Die Nutzung der Geräte wurde über den gesamten Lebenszyklus im Full-Service-Leasing unterstützt: 24-Stunden-Service, Wartung, Reparatur, Software-Updates, Schadensmanagement, Austausch, Reporting etc. bis zur Datenlöschung bei der Rückgabe der Geräte.

Service beim Fahrzeug-Leasing führend

Neben EDV und Büromaschinen sind es vor allem Fahrzeuge und ganze Flotten, bei denen Unternehmen stark auf Beratung und begleitende Serviceangebote der Leasing-Gesellschaften setzen. Gerade im Fuhrparkmanagement werden ständig neue Dienstleistungen entwickelt. Der Kunde kann aus einer breiten Servicepalette einzelne Komponenten frei wählen und so den Grad der Entlastung selbst bestimmen. Angefangen bei der Auswahl der Modelle und der Beschaffung von Neufahrzeugen kümmern sich Leasing-Gesellschaften u. a. um Instandhaltung, Reifenmanagement und Tankkartenservice, Kraftfahrzeugsteuer bis zur GEZ-Gebühr. Sie übernehmen Versicherungsdienstleistungen und bieten einen Schadenservice mit 24-Stunden-Pannenservice und Ersatzfahrzeugen an oder geben ihren Kunden eine Mobilitätsgarantie. Befragungen von Fuhrparkverantwortlichen, wie beim „CVO Barometer“, zeigen, dass etwa drei von vier Firmen mit mehr als 100 Beschäftigten Services wie Wartung oder Reifenmanagement von der Leasing-Gesellschaft durchführen lassen, 50 bis 60 Prozent greifen auf die Komponenten Ersatzfahrzeuge, Pannenhilfe, Unfall-, Versicherungs- und Kraftstoffmanagement zurück.

Full-Service-Leasing

Zahlreiche Unternehmen wählen für ihr Flottenmanagement auch gleich ein Full-Service-Paket. In Deutschland ist das Potenzial für Full-Service noch nicht ausgeschöpft. Während in Großbritannien bis zu 80 Prozent der Flotten Full-Service-Leasing vereinbart haben, sind es in Deutschland nach einer Studie der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman erst ca. 40 Prozent. Eine weitere Dynamik ist daher im Markt zu erwarten. Die ZEG Zentraleinkauf Holz + Kunststoff eG in Stuttgart hat sich entschieden, ihre Fahrzeugflotte mit Full-Service-Verträgen zu leasen. Um eine kontinuierliche Kundenbetreuung sicherzustellen, sind die rund 80 Außendienstler in den 15 Niederlassungen auf umfassende und zuverlässige Mobilität angewiesen. Daher wurden für die Fahrzeuge Services wie Wartung, Verschleiß, Reifenmanagement, Versicherungen, Notfall- und Schadensmanagement gebucht. Ein Online-Reporting-System ermöglicht es zudem, die Kosten im Fuhrpark transparent zu halten. „Das Full-Service-Leasing unserer Fahrzeugflotte bietet uns vielfältige Vorteile. Besonders vorteilhaft ist, dass wir eine konkrete Grundlage für die im Fuhrpark anfallenden Kosten erhalten, was eine präzise Kalkulation und Budgetierung ermöglicht“, führt Christian Maily, Leiter Logistik der ZEG, die Gründe für Full-Service-Leasing aus.

Outsourcing

Neben dem Full-Service setzt sich auch der Trend fort, das Fuhrparkmanagement komplett auszulagern, was auch Kostenvorteile gegenüber selbstverwalteten Fuhrparks mit sich bringt. Häufig berechnen Firmenchefs nur den Zeitaufwand der Fuhrpark-Verantwortlichen. Doch auch im Rechnungswesen oder beim Fahrzeugmanagement werden Mitarbeiter mit Verwaltungsaufgaben eingespannt. Gerade beim Thema Rechnungsprüfung ist die Zusammenarbeit mit externen Experten ratsam. Die Spezialisten der Leasing-Gesellschaften können Rechnungsposten, unnötige Reparaturen, Kulanzansprüche oder zu teure Ersatzteile besser einschätzen als Mitarbeiter, die dies nur „nebenher mitmachen“.

Kosten sparen und Planungssicherheit schaffen

Aufgrund ihres Know-hows und von Großkundenkonditionen können Leasing-Gesellschaften häufiger günstigere Preise und feste Kalkulationen anbieten. Zudem profitieren die Unternehmen neben der reibungslosen Nutzung auch von der finanziellen Planungssicherheit der Betriebskosten durch fixe Pauschalen. Unerwartete Belastungen der Liquidität können kaum noch auftreten. Zudem entfallen bei regelmäßiger Wartung weitestgehend unplanmäßige Ausfallzeiten von Maschinen und Anlagen sowie die damit verbundenen zusätzlichen Kosten. Die Produktionsplanung wird sicherer und Liefertermine geraten nicht in Gefahr. Diese Argumente zählen grundsätzlich für Services – egal, ob Full-Service, komplettes Outsourcing oder nur einzelne Dienstleistungen gewählt werden. 

Services für jede Leasing-Investition möglich

Zwar fragen Unternehmen Services besonders stark bei EDV und Büromaschinen sowie bei Fahrzeugen nach, doch bieten Leasing-Gesellschaften de facto Dienstleistungen bei allen Leasing-Objekten an: bei Maschinen für alle denkbaren Anwendungen über Medizintechnik, Energieanlagen, Nachrichtentechnik bis zu Lokomotiven, Flugzeugen und Schiffen. Attraktiv sind Komplettangebote mit Planungs-, Projektsteuerungs- und Facility-Managementleistungen gerade auch beim Immobilien-Leasing. So können deutliche Effizienzgewinne mit einem Gesamtpaket aus Planen, Bauen und Betreiben erzeugt werden.

Kooperation von Herstellern und Leasing- Unternehmen

Beim Angebot von Leasing und Service-Modellen kooperieren in der Regel Hersteller und Leasing-Unternehmen und entwickeln individuelle Lösungen für den Kunden. Durch eine offene Kommunikation und vertrauliche Zusammenarbeit entstehen Angebote, die für den Kunden einen echten Mehrwert bringen und entsprechend intensiv nachgefragt werden. Die Realisierung von Investitionen mittels Leasing gewinnt dadurch einen strategischen Wert.

Weitere Beispiele für Leasing und Service

 

 

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