Expertise

Im Fokus: Markt-Know-how und Objektkompetenz

Objekt- und Marktkenntnis ermöglichen Leasing-Investitionen in die Zukunft

Leasing-Gesellschaften legen - anders als Banken bei der Kreditvergabe - den Focus auf das Objekt. Die Produktionsanlage, die Immobilie, das IT-Equipment oder das Fahrzeug werden dem Leasing-Kunden zur Nutzung überlassen, der dafür und den damit verbundenen Wertverlust monatliche Raten zahlt. Eigentümer bleibt jedoch die Leasing-Gesellschaft. Die Objektbewertung liefert die Rahmendaten für die Vertragsgestaltung, insbesondere für die Kalkulation der Raten. Dafür müssen Leasing-Unternehmen ausgewiesene Kenner der Investitionsgütermärkte sein und über ein hohes Fachwissen verfügen. Dazu zählt auch die Verwertungskompetenz, also das Know-how, die Güter nach dem Ende der Nutzungszeit optimal auf dem Gebrauchtmarkt verwerten zu können. Dabei gilt die Faustregel: je spezieller das Investitionsobjekt, desto wichtiger die Verwertungskompetenz der Leasing-Gesellschaft. 

Spezialisierung auf einen Markt

Leasing-Gesellschaften wissen um die spezifischen Eigenschaften und Einsatzbedingungen des Leasing-Objektes. Sie kennen seinen Lebenszyklus sowie die entsprechenden Verwertungsmöglichkeiten nach Ablauf des Leasing-Vertrages genau und können den Wertverlauf antizipieren. Zahlreiche Leasing-Unternehmen, besonders kleinere, mittelständische, haben sich auf einen Markt konzentriert und sind Experten für dessen Produkte. Diese hochspezialisierten Gesellschaften haben sich ihre Nische geschaffen, um auch im Wettbewerb bestehen zu können. Mit ihrer Objektkompetenz stellt eine Leasing-Gesellschaft sehr deutlich auf die sogenannte Objektbonität ab. Diese ist – neben der Kundenbonität – eine der beiden tragenden Säulen der Investitionsbeurteilung beim Leasing. Mit ihrem Know-how können Leasing-Gesellschaften daher auch innovative Objekte beurteilen und realisieren.

Teamarbeit und partnerschaftliche Beratung

In den Leasing-Gesellschaften arbeiten Investitions- und Objektexperten in Teams zusammen – das können Ingenieure, Physiker oder Spezialisten der einzelnen Branchen sein (z. B. Kfz-Techniker, Architekten oder für den Bereich der Medizintechnik Fachleute des Gesundheitssystems). Dieser Mix ermöglicht, aus einem Investitionsplan eine Investition in die Zukunft des Unternehmens zu realisieren. Dabei übernehmen die Leasing-Gesellschaften die Rolle eines partnerschaftlichen Beraters. So kann ein Austausch auf Augenhöhe stattfinden, wenn z. B. beim Leasing von Medizinprodukten der Gesundheitsexperte des Leasing-Teams mit Klinikleitern oder Ärzten über neue Hightech-Entwicklungen spricht. Zum Beispiel werden im Leasing-Wachstumsmarkt Medizintechnik Erfahrungen und Know-how des Gesundheitssystems immer entscheidender. Aber auch in anderen Segmenten verschafft Markt-Know-how einen Wettbewerbsvorsprung.

Eine andere Bedeutung hat die Beratung, wenn es um Investitionsgüter geht, die nicht das Kerngeschäft des Unternehmens betreffen: Wenn sich beispielsweise der Landwirt entschließt, auf seinem Kuhstall eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, wenn ein Pharmahersteller seinen Fuhrpark erneuern will, ein Werkzeughersteller ein neues Verwaltungsgebäude bauen will oder wenn es um die Modernisierung des IT-Equipments eines Maschinenbauers geht. 

Leasing unterstützt Innovationen

Die Branchen- und Objektkompetenz der Leasing-Wirtschaft ermöglicht innovative Projekte. Denn die Objektorientierung und die Nähe zum Kunden verschaffen den Leasing-Gesellschaften ein Gespür für Trends und aktuelle Entwicklungen. Neue Technologien werden daher vorrangig via Leasing im Markt verbreitet. So ermöglichte die Leasing-Wirtschaft in ihrer über 50-jährigen Geschichte in Deutschland z. B. die Umstellung von Foto- auf Lichtsatz in der Druckindustrie, die Einführung von Großcomputern, von Mobilfunkstationen oder von Großgeräten der Medizintechnik. Und auch heute fahren zwar nur wenige Elektroautos auf Deutschlands Straßen, aber sie sind nahezu alle geleast.

Objektkompetenz und Service

Die meisten Unternehmen wollen sich nicht um Wartung, Reparatur oder Wiederverkauf kümmern, ganz unabhängig davon, ob es um Fahrzeuge, Maschinen oder IT-Equipment geht. Vielmehr schätzen sie den Service aus einer Hand, mit einem festen Ansprechpartner, der alles weitere koordiniert. Dies gilt besonders beim Immobilien-Leasing mit Komplettangeboten aus Planungs-, Projektsteuerungs- und Facility Managementleistungen. So lassen sich spürbare Effizienzgewinne mit einem Gesamtpaket aus Planen, Bauen und Betreiben erzeugen. Möglich werden auch diese Serviceleistungen durch die Objektkenntnis der Leasing-Wirtschaft. Gesellschaften mit Herstellerhintergrund kennen naturgemäß die eigenen Güter ganz genau, unabhängige Gesellschaften kooperieren mit Service-Anbietern oder arbeiten im engen Schulterschluss mit Herstellern zusammen.

Beispiel: Leasing ermöglicht weltweit erste Pilotanlage

Das Management der mittelständischen Druckerei  Jungfer Druckerei und Verlag GmbH sieht Klima- und Umweltschutz als Unternehmensaufgabe an. Ihr klares Investitionsziel war daher, künftig einen CO2-freien Druckprozess zu realisieren. Technisch ermöglicht wurde dies durch eine weltweit einmalige Anlage, die aus einem erdgasbetriebenen Turbinenkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung, einer technologisch hochinnovativen Lösemittelrückgewinnung und einem standortweiten Transportsystem für Heiß- und Abgase besteht. Die Energieeffizienz liegt bei 92 Prozent, die im Erdgas enthaltene Energie wird nahezu verlustfrei genutzt. Mit dieser Pilotanlage gelang es der Druckerei, einen neuen Branchenstandard zu etablieren. Die Investitionskosten beliefen sich auf insgesamt 12 Millionen Euro, ein Großteil davon wurde mittels Leasing finanziert.

„Durch die Leasingfinanzierung eines Erdgasturbinenkraftwerkes sowie einer Heißgasverteilanlage zur CO2-freien Gestaltung des Druckprozesses haben wir bereits heute dieses wegweisende Zukunftskonzept für unsere Kunden und die Umwelt verwirklichen können“, erklärt Geschäftsführer Guido Lang. 

Beispiel: Asset-Management entscheidend

Das Beispiel der Kurtz Holding GmbH & Co Beteiligungs KG mit Sitz im Spessart zeigt, dass bei Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnik Asset-Management und andere Servicekomponenten von entscheidender Bedeutung sind. Das Produkt- und Leistungsspektrum des Kurtz Ersa Konzerns umfasst die Geschäftsfelder „Electronics Production Equipment“, „Metal Components“ und „Moulding Machines“. In vielen Segmenten ist das internationale Familienunternehmen Technologie- oder Weltmarktführer. Aufgrund der Krise 2008 war ein Investitionsstau im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik entstanden. Bei der Anschaffung der neuesten, möglichst einheitlichen Technik verlangte der Konzern finanzielle Planungssicherheit und verwirklichte seine Investition daher mittels Leasing. Das alte Equipment wurde zyklisch und reibungslos gegen die leistungsfähigere moderne Informationstechnik ausgetauscht. Die Altgeräte entsorgte im Rahmen eines Servicevertrages die Leasing-Gesellschaft, ebenso garantierte sie die unwiederbringliche Datenlöschung.

Eine weitere Erleichterung stellte das webbasierte Asset-Management-Tool dar, mit dessen Hilfe sämtliche Investitionsgüter unkompliziert inventarisiert, verwaltet sowie den jeweiligen Kostenstellen zugeordnet werden können. „Uns war bei der IT-Investition eine langfristige Planungssicherheit bei gleichzeitiger Liquiditätsschonung wichtig. Einheitliche Release- und Technologiestände sorgen zusätzlich für deutliche Einsparungen im Bereich der IT-Systembetreuung“, beschreibt Thomas Mühleck, Geschäftsführer (CFO), die Zusammenarbeit mit der Leasing-Gesellschaft.

Weitere Leasing-Nehmer Beispiele

Ein neuer Großauftrag erfordert bei einem Hersteller von Guss- und Schmiedekurbelwellen in Thüringen eine zusätzliche Maschinenstraße, ein innovativer Getränkekonzern plant seine Tanklagerkapazität zu erweitern, ein Produzent von Hightech-Schmiermitteln in Rheinland-Pfalz expandiert und will einen Neubau für Produktion und Logistik errichten. Vier Beispiele, die eines gemeinsam haben: Die Investitionen in die Zukunft der Unternehmen betreffen komplexe Problemlösungen rund um Pilotanlagen, Spezialmaschinen und Immobilien. Und sie wurden mittels Leasing verwirklicht. Entscheidend für die erfolgreiche Realisierung war die Objektkompetenz und Branchenkenntnis der Leasing-Gesellschaften.