Was Sie schon immer über Leasing wissen wollten….

Der BDL versteht sich als Ansprechpartner rund um das Thema Leasing und wird täglich mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert. Einige der "FAQs" – der Fragen, die am häufigsten gestellt werden – beantwortet Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des BDL.

Frage: Stimmt es, dass Leasing viele Investitionen überhaupt erst ermöglicht und damit die Konjunktur ankurbelt?

Fittler: Leasing-Gesellschaften sind Spezialisten für Investitionen und verfügen daher über ausgeprägte Kenntnisse der Investitionsgütermärkte und über umfassende Objektkompetenz. Dadurch befinden sie sich im Vergleich zu Banken in einer deutlich günstigeren Risikoposition und können somit auch Investitionen ermöglichen, für die keine Kreditfinanzierung erhältlich ist. Gerade in Zeiten einer drohenden „Kreditklemme" erweist sich Leasing als Investitionsmotor, der entscheidend zur Belebung der Konjunktur beiträgt.

Frage: Welche Investitionsgüter können geleast werden?

Fittler: Inzwischen gibt es dank innovativer Produktentwicklungen der Leasing-Gesellschaften kaum ein Wirtschaftsgut, das sich nicht per Leasing anschaffen lässt. Neben den klassischen Mobilien und Immobilien – z. B. Fahrzeuge, Maschinen, Computer-Hardware oder Gebäude – sind Leasing-Lösungen auch für immaterielle Güter verfügbar. Das Spektrum reicht hier von Software über Marken- und Patenrechte bis zur Vorfinanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Und nicht zuletzt ermöglicht es Leasing, neue Technologien im Markt zu verbreiten, z. B. Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energien wie Fotovoltaikanlagen. Grundvoraussetzung für eine Leasing-Lösung ist, dass das Wirtschaftsgut drittverwendungsfähig ist. Das bedeutet, dass das Leasing-Objekt nicht nur von einem Einzelnen, dem Leasing-Nehmer, wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden kann.

Frage: Für welche Investitionshöhe ist Leasing besonders geeignet? Gibt es nach oben oder unten Grenzen?

Fittler: Grundsätzlich können Investitionen in jeder Größenordnung über Leasing realisiert werden - vom Kleintransporter bis zum Vierzigtonner, von der CNC-Maschine bis zur Fertigungsstraße, vom Einzelplatz-PC bis zum kompletten ERP-Netzwerk und von der Lagerhalle bis zum Bürohochhaus. Für jedes Marktsegment finden sich in der breit gefächerten Leasing-Branche spezialisierte Anbieter – im Klein- bzw. Mengengeschäft ebenso wie im "Big-Ticket-Bereich". Durch konsequente Prozessoptimierung bei Akquisition und Bearbeitung wird Leasing auch für kleinere Anschaffungswerte zunehmend interessant.

Frage: Was passiert am Ende des Leasing-Vertrags? Muss der Leasing-Nehmer das Leasing-Objekt in jedem Fall übernehmen?

Fittler: Die Flexibilität des Produkts Leasing ist fast unbegrenzt. Leasing-Unternehmen bieten eine Vielzahl von Vertragstypen an, unter denen der Kunde nach seinen individuellen Bedürfnissen wählen kann. Verträge, bei denen das Leasing-Objekt am Ende der Laufzeit dem Leasing-Unternehmen einfach zurückgegeben wird, sind ebenso möglich wie Verträge mit Kauf- oder Mietverlängerungsoption. Damit kann einerseits dem technischen Fortschritt Rechnung getragen werden, indem das Leasing-Objekt durch ein Nachfolgemodell ersetzt wird - oder andererseits dem Wunsch nach einer weiteren Nutzung des Objekts über das Ende der ursprünglichen Leasing-Dauer hinaus entsprochen werden.

Frage: Was sind die Vorteile von Leasing?

Fittler: Die Planbarkeit und Transparenz der Investitionskosten sind ganz entscheidende Argumente für Unternehmen, Leasing zu nutzen. In seiner Wirkung ist Leasing mit einer 100-prozentigen Fremdfinanzierung vergleichbar, die in der Kreditwirtschaft praktisch nicht angeboten wird. Leasing schont die Liquidität und lässt bestehende Kreditlinien unberührt. Zudem trägt es zur Optimierung der Bilanzstruktur bei. 

Ein weiterer Aspekt ist, dass mittels Leasing die Betriebsausstattung auf dem neusten Stand gehalten werden kann. Die Investitionszyklen werden immer kürzer, also der Zeitraum, in dem eine Anschaffung modern bleibt. Da Leasing von vornherein eine zeitliche Befristung vorsieht, können Investitionsgüter schneller und einfacher durch neue, modernere ersetzt werden.

Frage: Welche Rolle spielen Serviceleistungen beim Leasing?

Fittler: Leasing beschränkt sich heutzutage längst nicht mehr auf die bloße Gebrauchsüberlassung des Leasing-Objekts. Vielmehr umfasst das Angebot der Leasing-Gesellschaften eine Vielzahl zusätzlicher Dienst- und Serviceleistungen. Begleitende Servicekomponenten wie Wartung, Reparatur oder Schadensmanagement, die Leasing-Gesellschaften anbieten, entlasten den Kunden. So kann er sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Nehmen wir das Beispiel Full-Service-Leasing beim Fahrzeug: Hier erstrecken sich die Leistungen der Leasing-Gesellschaften auch auf Wartungs- und Reparaturleistungen, Schadensmanagement, Mobilitätsgarantie, Tankkarte, Reifenersatz, Versicherungsschutz, die Übernahme der Kfz-Steuern und GEZ sowie nicht zuletzt auf Fuhrparkmanagement- und Reportingleistungen. Im Immobilien-Leasing, um ein zweites Beispiel zu nennen, reicht das Leistungspaket von der Planung über das Projektcontrolling und die Bauüberwachung bis hin zum Facility Management in der Betriebsphase.

Frage: Immer mehr deutsche Unternehmen investieren im Ausland. Die Leasing-Wirtschaft auch?

Fittler: In den vergangenen Jahren hat das internationale Geschäft der BDL-Mitglieder stetig zugenommen. Insbesondere in den mittel- und osteuropäischen Staaten bieten sich nach der EU-Erweiterung attraktive Marktchancen mit großem Wachstumspotenzial. Die Leasing-Unternehmen begleiten ihre deutschen Kunden bei der Erschließung neuer Märkte und sind auch im Ausland zuverlässige Partner in Sachen Investitions- und Absatzfinanzierung. Ausländische Leasing-Investitionen werden entweder grenzüberschreitend vom Inland aus, das sogenannte Cross-Border-Leasing, oder als Domestic Leasing direkt über ausländische Partner- oder Tochtergesellschaften realisiert.

Frage: Was versteht man unter US-Cross-Border-Leases?

Fittler: Das US-Cross-Border-Leases hat mit den herkömmlichen Mobilien- oder Immobilien-Leasinggeschäften, wie sie von Unternehmen und Privatpersonen jährlich zu Hunderttausenden abgeschlossen werden, nichts gemein. Die Bezeichnung „Lease“ - in Presseberichten fälschlich auch „Cross-Border-Leasing“ - ist irreführend. Diese Transaktionen haben keine Investitionen zum Gegenstand und haben nichts mit dem grenzüberschreitenden Cross-Border-Leasing der Leasing-Branche zu tun. Es handelt es sich vielmehr um rein steuerinduzierte Gestaltungen, die es in der Vergangenheit u. a. deutschen Kommunen ermöglichten, von US-amerikanischen Steuervergünstigungen zu profitieren. Mittlerweile hat der Gesetzgeber in den Vereinigten Staaten die einschlägigen Bestimmungen geändert, so dass in diesem Bereich keine neuen Geschäfte getätigt werden.