Stimmen zu Leasing

Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen

Immenser Investitionsbedarf bietet Wachstumspotenzial für Leasing

(…) Die Digitalisierung bietet der deutschen Volkswirtschaft große Chancen, ihre Rolle in der Welt auszubauen: Sie ermöglicht neue Formen der Produktion und Wertschöpfung sowie neuartige Geschäftsmodelle und Vertriebswege. Für wichtige Industriebranchen werden z.B. Produktivitätssteigerungen von bis zu 23 Prozent für möglich gehalten. Das Wachstumspotential für Deutschland wird allein durch eine erfolgreiche Umstellung auf „Industrie 4.0“ bis zum Jahr 2025 auf 200 bis 425 Milliarden Euro beziffert. Gleichzeitig gehen mit der Digitalisierung aber auch Risiken einher: Unternehmen können zunehmend ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren, wenn sie nicht hinreichend in Digitalisierung investieren und rechtzeitig ihre Produktion, Produkte und Geschäftsmodelle anpassen.

Letztendlich wird es darum gehen, die Chancen aus der Digitalisierung für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu ergreifen und gleichzeitig die Risiken beherrschbar zu machen. Dies ist zu allererst auch Aufgabe der Unternehmen. Sie müssen sich durch Innovationen, Investitionen und Weiterbildung der Mitarbeiter rechtzeitig auf die Digitalisierung einstellen und für ihre „Zukunftsfähigkeit“ Sorge tragen.

Mit der Einführung von Industrie 4.0 steht in Deutschland mittel- und langfristig ein immenser Investitionsbedarf an, der ein hohes Wachstumspotenzial für Leasingfinanzierungen bietet. Allerdings verändert sich im Rahmen der Einführung von Industrie 4.0 der Investitionsbegriff umfassend. Es werden nicht vorwiegend klassische Anlageinvestitionen finanziert werden müssen, sondern sehr viel stärker Investitionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So werden „weiche“ Investitionen wie z.B. Software, Patente, Lizenzen, aber auch Dienstleistungen an Bedeutung gewinnen. Hier können die Leasing-Unternehmen auf ihre bereits vorhandene technische Expertise sowie maßgeschneiderten Finanzierungsangebote und Beratungs- und Serviceleistungen aufsetzen und diese gegebenenfalls weiter ausbauen. (…)  

Auszug aus dem Gastkommentar von Jens Spahn im BDL-Jahresbericht 2016

Bianca Illner, VDMA

Industrie 4.0 bedeutet Wandel 

(...) Industrie 4.0 ist ein Entwicklungsprozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Vielmehr geht es um einen Weg, der schrittweise gegangen werden muss. und der nach aktiver Gestaltung verlangt. Damit sind ohne Zweifel zahlreiche Herausforderungen verbunden: Von der Datensicherheit bis hin zu Fragen rund um die Aus- und Weiterbildung in der Industrie 4.0. Die mit der Digitalisierung verbundene technologische Entwicklung wird weiter voranschreiten – das gilt es als Chance zu begreifen. (...)

Die Investitionstätigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus in Digitalisierung in Deutschland muss zulegen, damit die Industrie 4.0 langfristig erfolgreich werden kann. Für ein nachhaltiges Wachstum in der Industrie muss der Mittelstand mobilisiert werden, in Industrie -4.0-Projekte zu investieren. Industrie -4.0-Projekte zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie nicht durch klassische Investitionen in Betriebsmittel geprägt sind, sondern auch die Bereiche Forschung & Entwicklung, Personal, Software, Service und Beratungsleistungen mit umfassen. Auch die Ergebnisse dieser Projekte sind eher immaterielle Wirtschaftsgüter oder Geschäftsmodelle, die traditionell schwer zu besichern sind und deren Amortisationszeitraum über den üblichen Finanzierungszeiträumen liegen.

Neben der klassischen Bankenfinanzierung ist Leasing eine wesentliche Säule zur Unternehmensfinanzierung und im Maschinen-und Anlagenbau fest verwurzelt, wenn es um die Realisierung von Investitionen geht, und bietet die Chance das Potenzial von Industrie 4.0 in den Unternehmen zu heben.

Deutschland hat mit seinem starken industriellen Kern und der hervorragenden Forschungs- und Wissenschaftslandschaft beste Voraussetzungen, Leitanbieter für Industrie-4.0-Technologien zu werden und als Leitmarkt seine Standortattraktivität für die Produktion auszubauen. Das Ziel lautet: Zukunft produzieren und finanzieren.

Auszug aus dem Gastkommentar von Bianca Illner, VDMA-Abteilungsleiterin Betriebswirtschaft, im BDL Jahresbericht 2016 

Dr. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages

Leasing als Stütze für Investitionen der deutschen Wirtschaft

Eine starke Industrie bedeutet eine kapitalintensive Produktion. Der immer schnellere technische Wandel erfordert von den Unternehmen, ihren Maschinen- und Anlagenpark ununterbrochen anzupassen. Investitionen sind Katalysator für den ständigen Einzug von Innovationen in der Wirtschaft. Investitionen sind der Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Volkswirtschaft.

Die deutschen Leasing-Unternehmen haben sich seit vielen Jahren als wichtige Stütze der Investitionstätigkeit etabliert. Mehr als 50 Mrd. Euro Investitionsvolumen und mehr als 20 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen werden Jahr für Jahr über die Leasing-Wirtschaft in Deutschland bereit gestellt. Die DIHK-Umfrage zur Unternehmensfinanzierung zeigt, dass heute jedes zweite Unternehmen neben dem Bankkredit auch auf Leasing-Instrumente setzt. Leasing wird damit in der Breite der Unternehmen genutzt und spielt in nahezu jeder Branche eine Rolle. Die mittelständische Struktur der deutschen Leasing-Wirtschaft spiegelt sich aufder Kundenseite wider: Die mittelständischen Unternehmen mit 200 und 500 Beschäftigten nutzen Leasing nach der DIHK-Umfrage häufiger als jede andere Unternehmensgruppe.

Wichtiger Bestandteil im Finanzierungmix

Dieser Erfolg des Leasing ist nicht überraschend: Leasing ist langfristig kalkulierbar, schont Liquidität und schafft Flexibilität für Folgeinvestitionen. Und nicht zuletzt sind Leasing-Unternehmen Spezialisten in der Be- und Verwertung der angebotenen Vermögenswerte. Ich bin davon überzeugt, dass Leasing deshalb dauerhaft ein wichtiger Bestandteil im Finanzierungsmix der Betriebe sein wird. (...)

Wiedereinführung der degressiven Abschreibung

Zudem werden gerade steuerliche Bedingungen als Investitionshindernis gesehen. Hier muss die Politik endlich die Weichen für einen besseren steuerlichen  Investitionsrahmen setzen. Die gemeinsame Forderung von BDL und DIHK nach einer Wiedereinführung der degressiven Abschreibung wäre ein wichtiger Schritt. Die degressive AfA entspricht am ehesten dem tatsächlichen Wertverlust über den Lebenszyklus von Maschinen und Anlagen und würde einen wichtigen Impuls für die Investitionstätigkeit geben. Gleichzeitig führt sie für den Staat nur zu einer zeitlichen Verlagerung der Einnahmen: Den anfänglich höheren Abschreibungen stehen bei der degressiven AfA geringere Wertminderungen in späteren Jahren gegenüber. Anfängliche Mindereinnahmen würden damit durch höhere Steuern in späteren Jahren mindestens aufgeholt. Und da die dadurch angestoßenen Investitionen zusätzliches Wachstum bringen würden, würden die späteren Einnahmen die ursprünglichen Ausfälle wahrscheinlich sogar deutlich übertreffen. (...)

Investitionsfinanzierung für Zukunftsfähigkeit entscheidend

Entscheidend für unsere Zukunftsfähigkeit ist die Investitionsfinanzierung in der Breite der Unternehmen. Davon sollte auch so manches Modethema nicht ablenken. In Europa reden wir derzeit viel über die Kapitalmarktunion, und sicherlich ist ein besserer Binnenmarkt im Kapitalverkehr eine gute Sache. Aber

für die überwiegende Mehrheit der Unternehmen bleiben der Bankkredit und die Leasing-Finanzierung entscheidend. Ich bin mir sicher, die deutschen Leasing-Gesellschaften werden die Unternehmen bei Ihren Investitionen weiter unterstützen – für den wirtschaftlichen Erfolg von heute und von morgen.

Auszug aus dem BDL-Jahresbericht Leasing 2015

Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks

Leasing-Unternehmen als Partner für das Handwerk

„Im Handwerk mit seinen über eine Million Betrieben hat sich das Leasing in den vergangenen 15 Jahren als attraktive Finanzierungsalternative etabliert. Wenngleich die Innen und die klassische Hausbankfinanzierung für Handwerksbetriebe traditionell die größte Rolle spielen, stehen Leasing und Lieferantenkredite bei den alternativen Finanzierungsformen an vorderster Stelle.

Das überrascht nicht, wenn man sich die spezifischen Stärken von Leasing-Angeboten auch für die Handwerksbetriebe vor Augen hält: Für Leasing-Güter wird kein Kapital im Anlagevermögen gebunden. So erhöht sich die Liquidität der Betriebe. Gegenüber der klassischen Kreditfinanzierung werden zudem in der Bilanz keine Schulden ausgewiesen. So bleibt die Bilanz im Ergebnis unberührt, was Pluspunkte bei notwendigen Folgefinanzierungen bringt. Das sind handfeste Gründe, die insbesondere in Wachstumsphasen der Betriebe bzw. in Phasen des wirtschaftlichen Aufschwungs eine Rolle spielen. Leasing-Finanzierung ist damit ein hochaktuelles Thema. (…)

Wenn zusätzlich Ersatz- oder Erweiterungsinvestitionen notwendig werden, kann Leasing eine praktikable Finanzierungsmöglichkeit sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn der klassische Kreditantrag bereits abgelehnt wurde. (... )  Allerdings nehmen auch Leasing-Geber eine Bonitätsprüfung ihrer potenziellen Leasing-Nehmer vor. Eine gute Bonität bleibt also die Voraussetzung für gute Leasing-Konditionen. Das hat es insbesondere Existenzgründern in der Vergangenheit etwas schwerer gemacht, adäquate Leasing-Angebote zu erhalten. Als Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks begrüße ich daher das Anfang dieses Jahres gestartete Pilotprojekt des Verbandes Deutscher Bürgschaftsbanken und des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen. (…)

Existenzgründer im Handwerk erhalten auf diesem Weg die Chance, sich abseits der notwendigen Investitionsentscheidungen besser um ihr Kerngeschäft kümmern zu können – die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen und den Aufbau von mittelständischen Unternehmen, die am Markt Bestand haben. Diese Art von Partnerschaft ist nicht nur gut für das Handwerk, sondern stellt auch einen wichtigen Beitrag für den Erhalt der Leistungsfähigkeit der gesamten deutschen Wirtschaft dar.“

Auszug aus dem BDL-Jahresbericht 2014  

Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär a. D. beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie

Wachstumspotenzial für Leasing in der EU

Die Finanzierung langfristiger Investitionen der europäischen Wirtschaft rückt immer mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses. Auch die Europäische Kommission greift dieses Thema in ihrem Grünbuch zur Langfristfinanzierung der europäischen Wirtschaft auf. Die Abhängigkeit von Banken bei der Finanzierung langfristiger Investitionen soll verringert werden. Dies eröffnet Chancen für Finanzgeber, die nicht dem Bankensektor zuzurechnen sind. Hierzu gehören auch die Angebote von Leasingunternehmen. Für Leasing in der EU könnten sich weitere Wachstumspotenziale ergeben.

(…) Die deutsche Leasing-Wirtschaft kann mit Fug und Recht auf erfolgreiche 50 Jahre zurückblicken.

Dieser Erfolg hat seinen Grund. So stellte die Bundesbank 2011 fest, dass Leasing größere Finanzierungsspielräume für Investitionen eröffnet als es allein mit klassischen Finanzierungsinstrumenten möglich wäre, und damit einen Beitrag zur Konjunktur- und Wachstumsdynamik sowie zum technologieinduzierten Strukturwandel der Wirtschaft leistet.

Als Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung begrüße ich sehr, dass den mittelständischen Unternehmen mit Leasing ein wichtiges alternatives Instrument der Investitionsfinanzierung zur Verfügung steht. Bemerkenswert ist auch, dass die deutsche Leasing-Wirtschaft selbst ebenfalls zu einem wesentlichen Teil mittelständisch geprägt ist. (…)

Was die Zukunft angeht, so freue ich mich, dass die deutsche Leasing-Wirtschaft auf gutem Weg ist, den starken Einbruch ihres Neugeschäftes im Krisenjahr 2009 wieder wettzumachen. Dabei kommt der Leasing-Wirtschaft zugute, dass sie ihr Angebot weiter diversifiziert, u.a. auf die Sektoren Nachrichten-, Medizin- und Signaltechnik. Ich würde mich freuen, wenn die deutsche Leasing-Wirtschaft Wachstumspotentiale auch im Bereich der alternativen Energien realisieren könnte. (…)

Auszug aus dem Gastkommentar im BDL-Jahresbericht 2012/2013