Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren, 

lange galt die deutsche Wirtschaft als Fels in der Brandung des stürmischen Europas. Doch seit geraumer Zeit schlägt sich die Krisenstimmung auch auf den deutschen Markt nieder. Die Konjunktur erholt sich nur langsam. Für 2013 prognostizieren die Ökonomen inzwischen nur noch ein Mini-Wachstum. Maßgeblich dafür ist die zähe Entwicklung der Investitionen, denn mit einem raschen Anspringen des Investitionsmotors ist in Deutschland derzeit nicht zu rechnen. Vielmehr erwarten die Wirtschaftsweisen für das laufende Jahr schrumpfende Ausrüstungsinvestitionen um minus drei Prozent. Und die Leasing-Wirtschaft atmet mit der Konjunktur!

Auch wenn wir auf ein verbessertes Investitionsklima im zweiten Halbjahr setzen, wie es Wirtschaftsexperten prognostizieren, rechnen wir für das laufende Jahr nur mit einem stabilen Leasing-Neugeschäft. 2014 und in den Folgejahren sollen die Unternehmensinvestitionen wieder kräftig wachsen – immer vorausgesetzt, es kommt zu keinen neuen Erschütterungen des Investitionsvertrauens.

Zum Nachdenken sollte auch eine Studie der KfW mit dem Titel „Zukunft braucht Investitionen“ anregen. Darin beklagen die Forscher, dass Deutschland immer weniger investiert. Seit den 1970er-Jahren sinkt die Investitionsquote, von damaligen 23 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 18 Prozent 2012. Und die Tendenz ist weiter fallend. Die Rückgänge der staatlichen Investitionen sind dabei noch erschreckender als die der Unternehmen. Um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten, so die KfW-Forscher, sollte es „das Minimalziel sein, die Bruttoinvestitionsquote auf den Durchschnitt der OECD-Länder anzuheben.“ Diese lag in den vergangenen zehn Jahren bei durchschnittlich 20 Prozent.

Hier könnte die Bundesregierung Impulse setzen und nicht warten, dass die Konjunktur von alleine anzieht oder weiter zurückgeht. Die degressive AfA war und ist ein bewährtes Instrument, die Konjunktur zu stützen oder zu fördern. Der BDL tritt deshalb für steuerliche Abschreibungsbedingungen - wie die degressive AfA ein -, die Leasing- und andere Ausrüstungsinvestitionen nicht behindern und damit die Investitionen des Mittelstandes fördern. Denn eines ist klar: Nur mit steigernden Investitionen wird es Wachstum in Deutschland geben.

Ihr Horst Fittler, BDL-Hauptgeschäftsführer

Investitionszurückhaltung hält noch an

Die deutsche Wirtschaft hält sich mit Investitionen angesichts der internationalen Lage weiter zurück. Frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres soll sich das Investitionsklima wieder etwas aufhellen. Mit einem kräftigen Anziehen der Unternehmensinvestitionen ist jedoch erst ab 2014 zu rechnen. Für die Jahre 2014 bis 2016 schätzt das Kieler Institut für Weltwirtschaft in seiner Mittelfristprojektion Steigerungsraten der Ausrüstungsinvestitionen von sechs bis elf Prozent.

Auch die Leasing-Wirtschaft startete verhalten in das Jahr 2013. Nach den Ergebnissen der BDL-Trendmeldung ging das Mobilien-Neugeschäft in den ersten drei Monaten insgesamt um 2,5 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal 2012 zurück. Das Fahrzeugleasing, das größte Leasing-Segment, verzeichnete im ersten Quartal des Jahres ein Wachstum von rund einem Prozent. Auf kleiner Basis wuchs das Leasing mit Medizinprodukten (+8 Prozent) sowie mit immateriellen Wirtschaftsgütern (+ 59 Prozent). Das Nutzfahrzeugleasing, stets ein Seismograph für die wirtschaftliche Stimmung, ging um 6,5 Prozent zurück. Die Stimmung unter den Leasing-Gesellschaften ist auch in Bezug auf die Geschäftserwartung in den nächsten Monaten nicht optimistisch. Ein Drittel mehr Gesellschaften erwartet eine ungünstige Entwicklung, während der Anteil der optimistischen Gesellschaften weiter zurückging.

Weitere Informationen zur Mittelfristprognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hier.

Basel III wirft seine Schatten voraus

Die meisten mittelständischen Unternehmen schauten zum Jahresbeginn entspannt auf ihre Finanzierungslage, so das Ergebnis der DIHK-Konjunkturumfrage 2013. Das historisch niedrige Zinsniveau dämpft die Kosten für Fremdfinanzierung. Jedoch berichten kleinere Unternehmen häufiger von Finanzierungsschwierigkeiten. Basel III wirft hier seine Schatten voraus: „Die Kreditwirtschaft blickt äußerst skeptisch auf das Jahr 2013. Die Finanzierung von Hightechprojekten und Existenzgründungen dürfte schwieriger werden, denn risikoreiche Vorhaben werden Kreditinstitute künftig noch eingehender prüfen“, erläutert DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben bei der Vorstellung der Sonderauswertung der DIHK-Konjunkturumfrage „Wirtschaftslage und Erwartungen zu Jahresbeginn 2013“.

Zudem herrscht in der Wirtschaft eine gewisse Skepsis vor: Vor allem Unternehmen mit guten Geschäftserwartungen nennen laut DIHK überdurchschnittlich häufig die Finanzierung als Risikofaktor für ihre kommenden Geschäfte. Fast jeder fünfte Betrieb, der für das Jahr 2013 mit besseren Geschäften rechnet, sieht Finanzierungsschwierigkeiten. „Hier ist entscheidend, dass Basel III mittelstandsfreundlich umgesetzt wird, damit es das mögliche Investitionswachstum nicht behindert“, erklärt der BDL-Hauptgeschäftsführer.

Quelle: DIHK

Weitere Informationen zur DIHK-Sonderauswertung unter „Mittelstandsfinanzierung: Mittelstand entspannt, Risiken am Horizont“ hier

KfW Economic Research: Zukunft braucht Investitionen

„Deutschland braucht mehr Investitionen. Die Bevölkerung altert und ist gerade daher auf einen modernen Kapitalstock angewiesen. Die finanziellen Spielräume des Staates sind – auch aufgrund der Schuldenbremse – eng. Dennoch müssen die Unternehmen und der öffentliche Sektor angemessene Ausgaben für Investitionen, Forschung und Bildung sicherstellen, um die Voraussetzung zu schaffen, dass Deutschland auch in 20 Jahren noch hinreichend wachsen kann.“ Zu diesem Fazit kommt die Studie „Zukunft der Investitionen“, die die KfW Economic Research jüngst veröffentlicht hat.

Deutschlands Investitionen schrumpfen, seit den 1970er-Jahren geht die Bruttoinvestitionsquote (Investitionsanteil am Bruttoinlandsprodukt) zurück von damals 23 Prozent auf 18 Prozent im vergangenen Jahr. Ein Blick auf die Nettoinvestitionen ist noch beachtlicher. Die Nettoinvestitionen sind um Abschreibungen bereinigt und messen den Investitionsanteil, der über den wertmäßigen Kapitalerhalt hinausgeht. 2012 lag die Nettoinvestitionsquote bei 2,5 Prozent und deutlich unter den Werten vor der Jahrtausendwende. „Deutschlands Kapitalstock droht zu veraltern. Setzt sich der Rückgang der Investitionen fort, droht er sogar zu schrumpfen: Das begrenzt die Produktionsmöglichkeiten der Zukunft und bremst das Wachstum“, warnen die KfW-Forscher. Sie raten dazu, die Bruttoinvestitionsquote mindestens auf den Durchschnitt der OECD-Länder von 20 Prozent anzuheben.

Quelle: KfW

Weitere Informationen zur Studie „Zukunft braucht Investitionen“ hier

SPD spricht sich für ein Förderprogramm für Leasing aus

Die SPD-Bundestagsfraktion hat sich dafür ausgesprochen, ein Förderprogramm für Leasing aufzulegen, da die „Finanzierung größerer Investitionen durch Leasing ein sinnvolles Instrument für den Mittelstand“ ist. In dem Positionspapier „Unternehmen Zukunft – Politik für einen starken Mittelstand“ (vom 16.04.2013) heißt es, dass die deutsche Wirtschaft einen gesicherten Zugang zu Kapital braucht. Sinnvolle alternative Finanzierungswege und die Eigenkapitalbasis der Unternehmen sollten gestärkt werden.

In Zukunft würden alternative Finanzierungswege eine größere Rolle spielen. „Dazu gehören die Bürgschaftsbanken, Mittelständische Beteiligungsgesellschaften, Mittelstandsanleihen, der Verkauf von Forderungen (Factoring), Leasing und Verbriefung und Beteiligungskapital.“ Wie ein Förderprogramm für Leasing aussehen könnte, wird jedoch in dem Positionspapier nicht konkretisiert.

Quelle: SPD-Bundestagsfraktion

Weitere Informationen zum Mittelstandspapier hier

Web 2.0 spielt für Leasing aktuell noch keine relevante Rolle

Social Media spielt aktuell für die Leasing-Branche noch keine relevante Rolle. Derzeit nutzen nur wenige Leasing-Gesellschaften Social Media für ihre Kommunikation. Die im Web 2.0 stattfindenden Diskussionen zu Leasing-Themen sind daher vorrangig von Verbraucherthemen sowie Leasing-Angeboten geprägt, wie ein Kurzzeit-Monitoring des BDL ergab. Aktuell ist Twitter derjenige Social Media Kanal, der am häufigsten für Leasing-Themen genutzt wird. Inhaltlich dominieren konkrete Angebote mit dem Schwerpunkt Autoleasing.

Als soziales Netzwerk wird Facebook kaum für Leasing-Themen genutzt, Xing ist als Plattform in der Leasing-Branche bekannter. Allgemeine Leasing-Themen – z. B. steuerliche oder rechtliche Fragen – werden am häufigsten in Foren oder Blogs diskutiert. „Als Verband beobachten wir das Thema Social Media intensiv. Wir loten die Möglichkeiten weiter aus, sind aber derzeit auf diesen Kanälen selbst nicht aktiv“, erläutert Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des BDL. Auf längere Sicht werde man sich jedoch diesem Medium nicht entziehen können, zumal auch die politische Kommunikation über das Web 2.0 laufe.