Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Leasing-Wirtschaft blickt auf ein gutes Jahr zurück. Unser Neugeschäft ist kräftig gestiegen und hat die 50 Mrd. Euro-Marke gerissen; außerdem konnten wir unseren Marktanteil weiter ausbauen. Aufgrund der Markt- und Objektkenntnis sind Leasing-Gesellschaften besonders nahe am Kunden und können ihn auf Augenhöhe beraten. Zudem entlasten die ergänzenden Dienstleistungen rund um die Nutzung der Maschine, des Fahrzeuges oder der IT-Ausrüstung die Firmen bei ihrem Kerngeschäft und sorgen für genaue Kostenkalkulation. Dies schätzen Unternehmenslenker besonders in Zeiten, in denen Verunsicherung herrscht. Daher ist Leasing die erste Wahl, wenn heutzutage überhaupt investiert wird.

Doch trotz des guten Neugeschäfts können wir nicht zufrieden sein, denn der Investitionsrückstand hierzulande baut sich weiter aus. Laut OECD müsste Deutschland einen Investitionsanteil von 20 Prozent des BIPs erreichen, was über 50 Mrd. Euro zusätzliche Investitionen bedeutet. Das DIW, bekannter Mahner für eine deutlich stärkere Investitionsentwicklung, spricht sogar von 80 Mrd. Euro. Im Vergleich dazu wirkt das von Bundesfinanzminister Schäuble angekündigte Investitionspaket, das ab 2016 insgesamt 10 Mrd. Euro auf drei Jahre verteilt, eher bescheiden. Seit längerem fordert der BDL daher die Wiedereinführung der degressiven AfA, um privatwirtschaftliche Investitionen anzukurbeln. Dies lässt sich schnell umsetzen und verspricht einen unverzüglichen Effekt.

Der Appell der Leasing-Wirtschaft wird seit einigen Monaten von einem Chor an Stimmen unterstützt: Neben Politikern empfehlen auch zahlreiche Wirtschafts- und Verbändevertreter diese Maßnahme. Es wird Zeit, dass die Bundesregierung handelt und den Ratschlägen folgt. Denn dass die degressive AfA ein wirkungsvolles Instrument darstellt, ist der Bundesregierung durchaus bewusst. Schließlich will sie mittels dieser Maßnahme die Investitionen in Elektroautos ankurbeln. So ist im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes Energieeffizienz geplant, ab 2015 E-Mobile als Dienstwagen durch die Sonderabschreibung von 50 Prozent im ersten Jahr zu fördern. Ein Schritt, den wir begrüßen, jedoch müssen noch weitere folgen, um die Attraktivität auch für die Nutzer zu erhöhen. Schließlich tragen die Mitarbeiter den geldwerten Vorteil, dessen Höhe bei Elektroautos nicht unerheblich ist. Hier muss es ebenfalls steuerliche Änderungen geben, um die Anzahl der bisher eher bescheidenen 13.000 Elektrofahrzeuge deutlich zu erhöhen.   

Die Herausforderungen für das nächste Jahr werden nicht weniger - ganz im Gegenteil. Bevor wir diese im neuen Jahr anpacken, wünsche ich Ihnen zunächst besinnliche Weihnachtstage und einen guten Start in ein erfolgreiches 2015.

Ihr Horst Fittler, BDL-Hauptgeschäftsführer

Leasing-Wirtschaft setzt sich vom Stimmungstief ab und steigert 2014 Neugeschäft um sechs Prozent auf über 50 Mrd. Euro

Die Leasing-Wirtschaft realisiert 2014 in Deutschland Investitionen in Immobilien, Maschinen, Fahrzeuge, IT-Equipment und andere Wirtschaftsgüter in Höhe von 50,2 Mrd. Euro. Damit steigern die Leasing-Gesellschaften ihr Leasing-Neugeschäft um 6,1 Prozent. Hinzu kommen Investitionen in Höhe von 5,5 Mrd. Euro, die über Mietkauf realisiert wurden. „Ein beachtliches Ergebnis angesichts der starken Investitionszurückhaltung der Unternehmen“, kommentiert Martin Mudersbach, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen, die Jahreszahlen. „Zumal wir nicht nur ordentlich wachsen, sondern das vierte Jahr in Folge unseren Marktanteil ausbauen.“ Denn das Leasing-Neugeschäft steigt deutlich dynamischer als die Ausrüstungsinvestitionen, die voraussichtlich nur um vier Prozent zunehmen.

Das Wachstum zieht sich durch nahezu alle Objektgruppen: Das Leasing von Fahrzeugen, die mit 72 Prozent den höchsten Anteil am Leasing-Markt halten, verzeichnet ein Plus von 7,2 Prozent, wobei sich das Nutzfahrzeug-Geschäft deutlich stärker steigert. Das zweitgrößte Segment, das Maschinen-Leasing, wächst um 6,1 Prozent. Es startete zunächst verhalten ins Jahr und nahm ab dem zweiten Quartal an Dynamik zu. Dagegen rechnet der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) für 2014 mit einem Zuwachs von einem Prozent. Nur das Leasing von IT-Equipment geht um 11,8 Prozent zurück. „Jedoch war 2013 als Ausgangsbasis für das IT-Leasing mit einer Steigerung von 7 Prozent sehr erfolgreich“, relativiert der BDL-Präsident das Minus. Zudem halten sich Unternehmen mit Investitionen in IT-Ausstattungen in unsicheren Zeiten erfahrungsgemäß zurück. Das Immobilien-Leasing steigt um 10,7 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Damit konnte die Leasing-Wirtschaft in nahezu allen Gütergruppen ihren Marktanteil ausbauen. Insgesamt erhöhen sich die Mobilien-Leasingquote auf 22,7 Prozent sowie die Gesamtquote auf 15,0 Prozent.

Trotz des guten Ergebnisses blickt die Leasing-Wirtschaft mit Skepsis auf das kommende Jahr. „Die Investitionsstimmung ist im Keller. Die geopolitischen Krisen sorgen weiterhin für Unsicherheit und wirken sich nun auf die bislang stabile Binnenwirtschaft aus.“, erläutert Mudersbach und beschreibt die Gefahren: „Heute zurückgestellte Investitionen rächen sich morgen in nachlassender Produktivität“. Angesichts des seit Jahren bestehenden Investitionsrückstands ist der Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland gefährdet. „Denn mit veralteten Maschinenparks ist dieser auf Dauer nicht zu halten.“

Die detaillierte Entwicklung des Leasing-Neugeschäfts 2014 sehen Sie hier.

BDL fordert degressive AfA

Angesichts des enormen Investitionsrückstands in Deutschland appelliert der BDL an die Bundesregierung, ein investitionsfreundliches Klima mit entsprechenden Anreizen für privatwirtschaftliche Investitionen zu schaffen. Ziel müsse es sein, den von der OECD anvisierten Investitionsanteil von 20 Prozent des BIPs zu übertreffen, was über 50 Mrd. Euro zusätzliche Investitionen bedeutet. BDL-Präsident Martin Mudersbach: „Um den Investitionsstau nachhaltig zu lösen, braucht die deutsche Wirtschaft jetzt schnell wirksame Impulse für Unternehmensinvestitionen. Denn nur Investitionen sichern das Wachstum in Deutschland und sorgen damit auch für Beschäftigung und Wohlstand.“

Den wichtigsten und direkt spürbaren Impuls könnte die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung geben, wie sie bereits seit längerem vom BDL gefordert und nun in den vergangenen Wochen verstärkt auch von Ökonomen, Koalitionspolitikern und zuletzt vom Gemeinschaftsausschuss der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft vorgeschlagen wurde. Haushaltskonsolidierung und Investitionsförderung müssen dabei keinen Widerspruch darstellen. Eine Änderung der Abschreibungsbedingungen verursacht keine dauerhaften Kosten, denn anfängliche Mindereinnahmen werden durch höhere Steuereinnahmen in den Folgejahren ausgeglichen. Die beabsichtigte investitionsbelebende Wirkung verspricht zudem weitere Einnahmen. In einer aktuellen Umfrage des DIHK bei rund 27.000 Unternehmen erklärte über ein Drittel der Industriebetriebe, dass sie mit degressiven Abschreibungsmöglichkeiten deutlich mehr investieren würden. Mudersbach: „Dies zeigt das Potenzial, das diese leicht umsetzbare Maßnahme in sich birgt.“

DIW und Handelsblatt Research Institute empfehlen in der Studie „Private Investitionen in Deutschland“ ebenfalls die degressive Abschreibung als leicht realisierbare und wirkungsvolle Maßnahme zur Förderung von Investitionen. Zudem schlagen sie die Überarbeitung der bestehenden allgemeinen AfA-Tabellen vor und gehen noch einen Schritt weiter: „Die wohl dauerhaft breiteste Wirkung auf das Investitionsverhalten dürfte aber durch eine investitionsfreundliche Unternehmenssteuerreform erreicht werden. Im internationalen Vergleich ist die effektive Steuerbelastung von Unternehmen weiterhin relativ hoch.“

Die DIHK-Konjunkturumfrage Herbst 2014 finden Sie hier. Der DIHK analysiert zudem die öffentliche und private Investitionstätigkeit in Deutschland in der Veröffentlichung „Investitionslücke schließen – Standortstärke sichern“ detailliert, die Analyse finden Sie hier.

Förderung von Elektromobilen nicht weitreichend

Der BDL begrüßt die Pläne der Bundesregierung, den Kauf von Elektroautos mit Steuererleichterungen in Form einer Sonderabschreibung anzukurbeln. So sollen ab 2015 Elektromobile als Dienstfahrzeuge mit der Hälfte ihres Wertes bereits im Jahr der Investition von der Steuer abgesetzt werden können. „Zwar begrüßen wir diese Maßnahme, aber sie ist nicht weitreichend genug“, kritisiert Horst Fittler, Hauptgeschäftsführer des BDL.

Auch weitere Vorschläge der Nationalen Plattform Elektromobilität in ihrem Bericht „Fortschrittsbericht 2014 - Bilanz der Marktvorbereitung“ treffen nicht den Kern: Der geldwerte Vorteil wird von den Mitarbeitern getragen, die ein Elektroauto als Dienstfahrzeug nutzen. „Um die Attraktivität von Elektrofahrzeugen für Mitarbeiter zu erhöhen, muss auch die Besteuerung des geldwerten Vorteils noch weiter verändert werden“, erklärt Fittler. 

Hintergrund ist das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million E-Autos auf die Straßen zu bringen. Dafür gründeten Bundesregierung und Industrie 2010 die Nationale Plattform Elektromobilität als Impulsgeberin und Beraterin. Aktuell sind rund 13.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, der Großteil als Leasing-Fahrzeuge.

Leasing-Bürgschaft nun in jedem Bundesland nutzbar

Über 40 Leasing-Gesellschaften haben sich bisher für das Programm „Leasing-Bürgschaften“ akkreditieren lassen, das zum Jahresbeginn angelaufen ist und von den deutschen Bürgschaftsbanken mit Unterstützung des EIF (Europäischer Investitionsfonds) im Rahmen des Programmes CIP (competitiveness and innovation framework programme)  angeboten wird. Mit dem Programm „Leasing-Bürgschaft“, dessen Entwicklung vom BDL begleitet wurde, soll vor allem jungen sowie kleinen und mittleren Unternehmen der Zugang zu Leasing-Investitionen erleichtert werden. Anträge für Leasing-Bürgschaften werden von Leasing-Gesellschaften - und nicht vom Leasing-Nehmer - ausschließlich elektronisch über ein Online-Formular gestellt. Dies soll schlanke Prozesse und schnelle Entscheidungen garantieren.

Zum 1. Dezember ist es gelungen, letzte geografischen Lücken im Angebot zu schließen, so dass das Programm nun in jedem Bundesland nutzbar ist. Zusätzlich wurden die Vertragsbedingungen für Leasing-Bürgschaften bei neuen Verträgen ab September 2014 angepasst und in vielen Punkten verbessert. Geändert wurden u.a. die Regeln zur Sicherungsübereignung, zu Sale-and-lease-back sowie die Haftungsbedingungen. Der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken informiert über das Programm und die vertraglichen Änderungen in einem Newsletter.

Weitere Informationen zur Leasing-Bürgschaft finden Sie auf der Website www.leasing-buergschaft.de. Den Newsletter mit den Sonderinformation erhalten Sie hier zum Download.

Leasing in Europa: Neugeschäft wuchs im ersten Halbjahr 2014 um neun Prozent

Das Fahrzeugleasing war im ersten Halbjahr Wachstumstreiber auf dem europäischen Leasing-Markt. Das Leasing-Neugeschäft steigerte sich von Januar bis Juni 2014 nach Angaben des europäischen Dachverbandes Leaseurope um insgesamt neun Prozent. Während das Fahrzeugleasing ein Plus von 13 Prozent verzeichnete und sich in der Mehrzahl der europäischen Länder überdurchschnittlich entwickelte, wuchs das Leasing der anderen Ausrüstungsgüter um insgesamt vier Prozent. Das Immobilien-Leasing ging in den ersten sechs Monaten des Jahres leicht um ein Prozent zurück.

Die Zahlen der Leaseurope basieren auf den Meldungen der nationalen Leasing-Verbände. 44 Verbände sind Mitglied der Leaseurope und repräsentieren über 90 Prozent des Marktvolumens in Europa.

Die detaillierte Statistik der Leaseurope zum ersten Halbjahr finden Sie hier.  

Übersicht zu öffentlichen Förderprogrammen

Kleine und mittelständische Unternehmen stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen, die oftmals mit Fragen nach der passenden Finanzierung geplanter Investitionen verbunden sind. Neben einbehaltenen Gewinnen, Abschreibungen und Rückstellungen nutzen Unternehmen zur Außenfinanzierung ihrer Investitionen vor allem Leasing und Kredite. Aber auch öffentliche Fördermittel von Bund und Ländern stehen bei Unternehmen hoch im Kurs. Fördermittel werden gewährt, um gesamtwirtschaftliche Ziele wie die Innovationstätigkeit von mittelständischen Unternehmen zu fördern oder den Umwelt- und Klimaschutz zu erreichen. Einen Überblick über öffentliche Förderprogramme, Arten der Förderung, Bedingungen und Träger bietet die Publikation „Fokus Unternehmen – Öffentliche Förderung“ des Bundesverbandes Deutscher Banken. Auch das Bürgschaftsprogramm für Leasing-Investitionen wird darin ausführlich erläutert.

„Öffentliche Förderprogramme könnten eine gute Sache sein, gerade für kleine und mittelständische Betriebe“, erklärt BDL-Hauptgeschäftsführer Horst Fittler. „Jedoch ist es mehr als ärgerlich, dass bei der Konstruktion einiger Programme die Besonderheiten des Leasing-Geschäftsmodells nicht hinreichend berücksichtigt wurden und die Mittel daher für Leasing-Investitionen nicht verfügbar sind.“ Über die Hälfte der außenfinanzierten Investitionen wird mittels Leasing verwirklicht. „Es kann daher nicht angehen, dass sich ein Unternehmer entscheiden muss, ob er Leasing nutzen oder öffentliche Fördermittel in Anspruch nehmen möchte“, kritisiert Fittler. „Diese Diskriminierung muss beendet werden.“

Die Publikation „Fokus Unternehmen – Öffentliche Förderung“ des Bankenverbandes finden Sie hier

KfW Konjunkturausblick: Wirtschaft wächst 2015 schwächer als bisher erwartet

KfW Research halbiert die Konjunkturprognose für 2015 auf 0,8 Prozent und korrigiert auch die Erwartung für das zu Ende gehende Jahr 2014 erneut leicht nach unten auf 1,4 Prozent. „Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland ist seit der Vollbremsung im Frühjahr zum Erliegen gekommen. Viel mehr als Stagnation ist auch bis in das neue Jahr hinein kaum realistisch“, erläutert Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Gründe für die ausgeprägte Schwächephase seien die zahlreichen geopolitischen Risiken, vor allem aber die immer wieder aufs Neue enttäuschten Hoffnungen auf einen Aufschwung in Europa. „Das beschränkt nicht nur die deutschen Exportzuwächse, sondern lässt die wegen der schwierigen internationalen Rahmenbedingungen zunehmend verunsicherten Firmen auch in erheblichem Umfang mit Investitionen zögern“, analysiert Zeuner. Die Situation werde sich nur allmählich entspannen. Stützen der deutschen Konjunktur blieben dagegen Arbeitsmarkt, privater Konsum und Wohnungsbau.

Die Konjunkturprognose von KfW Research lesen Sie hier

Das BDL-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern schöne Weihnachtstage und einen guten Start in ein erfolgreiches neues Jahr 2015.