Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

König Fußball regiert derzeit die Welt. Bei Prognosen denken wir jetzt als erstes an den potenziellen WM-Sieger, bei Ausrüstungsinvestitionen an das notwendige Equipment für den perfekten Fußballabend und bei politischen Unsicherheiten an Demonstrationen von WM-Gegnern an den Austragungsorten der Spiele. Kurzum: Die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien beherrscht für die nächsten Wochen unseren Alltag.

Dabei gibt es durchaus gute Nachrichten jenseits der Fußballwelt. Die Prognose für die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen im laufenden Jahr sagt 8:0 voraus, Pardon, ein Plus von acht Prozent, wobei nach einem Traumstart die Motivation im zweiten Quartal etwas nachließ und die Hoffnungen nun auf der zweiten Halbzeit liegen. Überschattet wird diese optimistische Einschätzung jedoch von einer drohenden Roten Karte, denn die deutsche Investitionsquote ist seit Jahren im europäischen Vergleich (zu) gering. Die Investitionen müssen deutlicher und nachhaltig ansteigen, damit der Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland gesichert wird und sich der Investitionsrückstau auflöst. Und Unternehmer brauchen stabile Rahmenbedingungen, um in die Zukunft und nicht nur „auf Sicht“ zu investieren. Gefragt ist daher eine Spieltaktik aus Mut und Sicherheit, jedoch fehlen entscheidende Impulse und Anreize aus der Wirtschaftspolitik. Um das Spiel zu drehen, sollten Bundesregierung und Bundesfinanzministerium daher u.a. über einen taktischen Doppelpass in Form von Abschreibungszeiten und Abschreibungssystematik neu nachdenken. 

Die Leasing-Mannschaft ist gut in die erste Halbzeit gestartet. Sie erzielte ein Neugeschäftswachstum von acht Prozent. Als Spielemacher sind vor allem das IT-Leasing und das Nutzfahrzeug-Leasing zu nennen. Auch das Pkw-Leasing punktete und stieg stärker als die Neuzulassungen. Unter seiner Leistungsfähigkeit blieb jedoch das Maschinenleasing.

Für den weiteren Spielverlauf ist die Entscheidung nicht unerheblich, die Vorschriften über die Begrenzung der Geschäftsleitermandate und der variablen Vergütung auf Leasing-Gesellschaften für nicht anwendbar zu erklären. Ebenso sollen Leasing-Gesellschaften die Möglichkeit erhalten, wenn dies zum Beispiel hinsichtlich ihrer Unternehmensgröße angezeigt ist, sich bei der BaFin von der Einrichtung einer Compliance- sowie einer Risikocontrolling-Funktion befreien zu lassen. Aufgrund der Besonderheiten des Leasing-Geschäftsmodells und der heterogenen Branchenstruktur hätten diese Vorschriften ansonsten zu einer Abseitsfalle geführt. Nun ist – zumindest in diesen Punkten – Fairplay wieder möglich und wir können der zweiten Halbzeit optimistisch entgegensehen.

Dank Sepp Herberger wissen wir auch: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“

Ihr Horst Fittler, BDL-Bundesverbandstrainer

Kräftiges Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen für 2014 prognostiziert

Einen kräftigen Anstieg der Ausrüstungsinvestitionen in Höhe von acht Prozent signalisiert für das laufende Jahr der auf den Geschäftslagebeurteilungen der Leasing-Gesellschaften basierende Investitionsindikator, den das ifo Institut und der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen gemeinsam ermitteln.

Der Indikator zeigt damit ein etwas stärkeres Plus als die Gemeinschaftsprognose im April an, bei deren Veröffentlichung jedoch lagen die sehr günstigen Konjunkturdaten des Statistischen Bundesamtes für das erste Quartal noch nicht vor. Im vergangenen Jahr waren die Ausrüstungsinvestitionen um 1,7 Prozent zurückgegangen. „Tritt die Prognose ein, wird die Leasing-Wirtschaft sicher in gleicher Höhe mitziehen“, schätzt BDL-Hauptgeschäftsführer Horst Fittler. Entscheidend sei jedoch ein stabiles politisches Umfeld, damit Unternehmer nicht aufgrund von Unsicherheiten Investitionen zurückhalten.

Zum Investitionsindikator hier

Leasing-Wirtschaft: Fahrzeug- und IT-Leasing brummen

Die Leasing-Wirtschaft ist gut ins neue Jahr gestartet. Stark gewachsen sind im ersten Quartal vor allem das Nutzfahrzeug-Leasing (23 Prozent) und das Leasing von IT und Büromaschinen (elf Prozent). Beide Güterbereiche sind Seismografen für eine anziehende Konjunktur. Das Pkw-Leasing, das das Leasing-Neugeschäftsvolumen dominiert, wuchs um sieben Prozent. Nach Stückzahlen stieg es um 6,5 Prozent und damit höher als die Kfz-Neuzulassungen (5,6 Prozent) im gleichen Zeitraum. „Damit konnten wir wiederholt Marktanteile ausbauen“, freut sich Fittler.

Ein nicht unerheblicher Wermutstropfen ist jedoch die Entwicklung beim Maschinen-Leasing: Das Neugeschäft in diesem Segment stagnierte im ersten Quartal. „Zum Jahresbeginn spürte man teilweise noch die Verunsicherung der Unternehmer, z. B. aufgrund der Krim-Krise und der Energiewende. Es wurde auf Sicht oder aus dem Cashflow investiert. Zudem wurden häufig lediglich Ersatzinvestitionen getätigt und keine zur Erweiterung des Maschinenparks“, erläutert der BDL-Hauptgeschäftsführer.

Insgesamt ist das Leasing-Neugeschäft mit Ausrüstungsgütern in den ersten drei Monaten 2014 gegenüber dem Vorjahresquartal um 15 Prozent gestiegen. Diesen steilen Anstieg haben jedoch einige Großgeschäfte bei Luft-, Schienen- und Wasserfahrzeugen verursacht und damit die Entwicklung überzeichnet. „Ohne diese Objekte beträgt das Wachstum acht Prozent, was eher der Marktrealität entspricht“, erklärt Fittler. „Natürlich sind wir mit dem Ergebnis zufrieden, allerdings braucht die deutsche Wirtschaft einen deutlicheren Anstieg der Investitionen, um den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland nachhaltig zu sichern“, fordert der BDL-Hauptgeschäftsführer. Es wäre fatal, sich mit den Prognosen steigender Ausrüstungsinvestitionen zufrieden zu geben. Deutschland müsse mit seiner im europäischen Vergleich niedrigen Investitionsquote endlich von den hinteren Rängen aufrücken. „Wer Arbeitsplätze und nachhaltiges Wachstum fördern will, muss Anreize für Investitionen schaffen.“ Hier sollten die Bundesregierung und vor allem das Bundesfinanzministerium z. B. über Abschreibungszeiten und Abschreibungssystematik neu nachdenken, schlägt Fittler vor.

Informationen zum Leasing-Neugeschäft im ersten Halbjahr hier, eine Übersicht der Quartalsergebnisse hier.

Erleichterungen für Leasing-Gesellschaften

Aufgrund der Besonderheiten des Leasing-Geschäfts und der heterogenen Branchenstruktur sind für die Leasing-Gesellschaften einige Erleichterungen bei aufsichtsrechtlichen Anforderungen in Aussicht gestellt. Im Juni 2014 wurde das „Gesetz zur Anpassung von Gesetzen auf dem Gebiet des Finanzmarktes“ im Bundestag verabschiedet und wird voraussichtlich nach abschließender Beratung im Bundesrat im August in Kraft treten. Darin wurden sowohl die Vorschriften über die Begrenzung der Geschäftsleitermandate als auch die Begrenzung der variablen Vergütung auf Leasing-Gesellschaften für nicht anwendbar erklärt.

„Der BDL hatte zuvor gegenüber dem Bundesfinanzministerium verdeutlicht, dass die verschärfte Aufsicht ausschließlich für CRR-Institute, also Einlagenkreditinstitute und Wertpapierfirmen, gelten kann. Denn es gibt weder die Notwendigkeit noch eine Rechtfertigung dafür, Leasing-Gesellschaften in den Anwendungsbereich der Vorschriften einzubeziehen“, erklärt BDL-Hauptgeschäftsführer Horst Fittler.

Zudem hatte sich der BDL im Rahmen der Konsultation zum Referentenentwurf für dieses Gesetz dafür eingesetzt, dass Leasing-Gesellschaften – sofern dies aufgrund besonderer Umstände, insbesondere ihrer Institutsgröße angezeigt ist - bei der BaFin beantragen können, sich von der Einrichtung einer Compliance- sowie einer Risikocontrolling-Funktion befreien zu lassen. „Auch diesem Vorschlag ist der Gesetzgeber nun gefolgt“, führt Fittler aus. „Für viele unserer Mitglieder bedeutet dies eine starke Erleichterung, denn über die Hälfte unserer rund 180 Mitglieds-Gesellschaften hat weniger als 15 Beschäftigte.“

Schwerwiegender Investitionsrückstand bei Kommunen

Die Kommunen in Deutschland haben 2013 ihr Investitionsvolumen um fünf Prozent leicht gesteigert auf etwas mehr als 25 Mrd. Euro, dennoch bleibt der Investitionsrückstand gravierend. Dies ist ein Ergebnis des KfW-Kommunalpanels, für das das Deutsche Institut für Urbanistik deutschlandweit Städte, Gemeinden und Landkreise befragt hat. Rund eine Milliarde Euro investierten die Kommunen mehr in Straßen und Verkehr als im Vorjahr. „Das macht sich auch in einem leichten Rückgang des wahrgenommenen Investitionsrückstands bemerkbar. Für eine wirkliche Trendwende reicht dies in der Einschätzung der Befragten jedoch nicht aus“, heißt es in der Auswertung der Umfrageergebnisse. Zudem wird für 2014 wieder ein leichter Rückgang erwartet.

Ein schwerwiegender Investitionsrückstand wird in fast allen Bereichen wahrgenommen, eine Ausnahme stellt die Kinderbetreuung dar. Als Kernbereiche listet das Panel Rückstände in der Straßen- und Verkehrsinfrastruktur in größeren Städten sowie bei den Netzinfrastrukturen im ländlichen Raum auf. Zudem stellen die KfW-Experten fest, dass Sparen in Form der Haushaltskonsolidierung zulasten von Zukunftsinvestitionen geht.

Um den Investitionsrückstand, der aktuell auf 118 Mrd. Euro geschätzt wird, aufzuholen und in ausreichendem Umfang Erhaltungsinvestitionen leisten zu können, mangelt es der öffentlichen Hand jedoch an ausreichenden Eigenmitteln. „Noch mehr fehlen ihnen aber Spielräume, Maßnahmen über Kredite finanzieren zu können. Unzureichende Personalausstattung in den Straßenbauämtern und fehlende Kenntnisse alternativer Finanzierungsformen (und teilweise auch fehlende politische Akzeptanz)“, nennen die Experten der KfW als weitere Ursachen, die zukunftsorientierte Investitionen behindern.

In dieser bereits seit längerem anhaltenden prekären Situation hat die Investitionsform Leasing daher an Bedeutung gewonnen. Kommunen, Länder und Bund leasen Computer und Büromaschinen, Medizintechnik, Hubschrauber, Polizeiwagen, Straßenbahnen, Nahverkehrsmittelsysteme oder Feuerwehrfahrzeuge. Die Palette der über Leasing realisierten Investitionen ist breit und unterscheidet sich nicht wesentlich von der der Privatwirtschaft. Auch beim Immobilien-Leasing trifft man auf eine Vielzahl von Objekten wie Verwaltungsgebäude, Kongress- und Freizeitzentren, Freibäder, Schulen oder Theater. Mit einem maßgeschneiderten Kommunal-Leasingmodell lassen sich auch Großprojekte wie Müllverbrennungsanlagen, Heizkraftwerke, Nahverkehrssysteme oder Krankenhauseinrichtungen realisieren.

Dennoch ist die Leasing-Quote des Staates mit rund sechs Prozent auf den ersten Blick unterdurchschnittlich – die Gesamtleasing-Quote liegt aktuell bei 15,5 Prozent - und zeigt noch Wachstumspotenzial auf. Ein Hindernis für mehr Leasing-Investitionen der öffentlichen Hand sind die unterschiedlichen Bestimmungen, die dazu in den 16 Bundesländern herrschen. Meist ist Leasing zulässig, z. T. gibt es aber betrags- und laufzeitmäßige Beschränkungen. In einigen Ländern sind aufgrund der Haushaltsordnungen Mobilien-Leasingverträge von den zuständigen Aufsichtsbehörden (Regierungspräsident, Fachministerium, Prüfungskommission usw.) genehmigungspflichtig. In anderen Ländern sind die Verträge genehmigungsfrei.

Informationen zum KfW-Kommunalpanel hier.

Learn2lease: Neuer Leasing-Kurs ab September

Nachwuchsförderung und Weiterbildung gehören nicht nur angesichts des aktuell diskutierten Fachkräftemangels zu den Grundfesten der Leasing-Wirtschaft. Daher wurde im vergangenen Jahr der Leasing-Kurs „Learn2lease“, der die duale kaufmännische Ausbildung und das duale Studium ergänzen soll, von der Schäfer & Partner GmbH in Zusammenarbeit mit dem BDL entwickelt und zum September 2013 angeboten. Am laufenden Kurs nehmen rund 50 Auszubildende von Leasing-Gesellschaften aus ganz Deutschland teil. Zum 1. September 2014 beginnt nun der nächste Leasing-Kurs, zu dem Auszubildende und duale Studenten, die im Sommer 2014 die Ausbildung beginnen, ab sofort angemeldet werden können.

Der Kurs knüpft an den Rahmenlehrplan für die kaufmännische Ausbildung an und ergänzt die vermittelten allgemeinen betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Inhalte um die leasingspezifischen Ausprägungen. Der Kurs bedient sich der Technik des E-Learning. Nach einem individuell abgestimmten Zeitplan werden die Arbeitsmaterialien online bereitgestellt. Neben dem Basiswissen „Leasing“ lassen sich zusätzliche, freiwillig zu bearbeitende Materialien abrufen. Die Teilnehmer führen Übungen und Tests zu den einzelnen Modulen durch. Sie werden bei der Arbeit von einem Moderator betreut. Für die Kommunikation der Teilnehmer untereinander stehen mehrere Foren zur Verfügung.

Ab dem zweiten Lehrjahr sind Projektarbeiten zu Branchenthemen vorgesehen. Am Ende des zweiten und des dritten Lehrjahres sind Kongresse der Teilnehmer geplant, auf denen die Ergebnisse der Projektarbeit vorgestellt und Vorträge zu allgemeinen, auf das persönliche Erscheinungsbild bezogenen Themen gehalten werden.

Informationen zum Leasing-Kurs und zu der Lernplattform „Learn2Lease“ hier und auf der Website www.leasingazubi.de