Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,

dunkle Wolken über der Krim beeinträchtigen derzeit das Geschäftsklima in Deutschland. Der ifo Geschäftsklimaindex fiel deutlicher als erwartet und auch das Geschäftsklima Mobilien-Leasing kühlte im März ab. Nichtsdestotrotz bleibt die Mehrzahl der Chefvolkswirte optimistisch und rechnet nicht mit einer nachhaltigen Beeinträchtigung des Aufschwungs. Die Wirtschaftsweisen sehen aktuell zwar das größte konjunkturelle Risiko für die Weltwirtschaft in der Krim-Krise, vor allem aufgrund der Rolle Russlands auf den Rohstoffmärkten. Deutschland wäre davon besonders betroffen, da fast ein Drittel der Einfuhren von Erdöl und Gas aus Russland stammt. Gleichwohl hat der Sachverständigenrat seine Prognose für 2014 nach oben geändert.

Mit der Anhebung trägt der Sachverständigenrat der sich abzeichnenden besseren Entwicklung zum Jahresbeginn sowie der weiteren Aufhellung der Stimmungsindikatoren Rechnung. Bei den Ausrüstungsinvestitionen gehen die fünf Wirtschaftsweisen daher von einer weiteren Belebung in den nächsten Monaten aus und erwarten fürs laufende Jahr ein Wachstum über sechs Prozent.

Wenn auch die Krise in der Ukraine ihre Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlässt, so ist doch zu hoffen, dass der angekündigte Aufschwung nicht nachhaltig gefährdet ist, sondern die Investitionsstimmung wieder erstarkt.   

Ihr Horst Fittler, BDL-Hauptgeschäftsführer

Leasing-Geschäftsklima kühlt sich ab

Das Geschäftsklima Mobilien-Leasing hat sich im März etwas abgekühlt. Das ifo Institut errechnet es aus den Meldungen der Leasing-Gesellschaften zur gegenwärtigen und der in den nächsten sechs Monaten erwarteten Geschäftslage. Seit September vergangenen Jahres war das Klima kontinuierlich angestiegen, lediglich im Dezember verzeichnete es einen leichten Rückgang. Während die Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage seit Jahresbeginn steil anstieg, ist die aktuelle Abkühlung des Klimas vor allem auf deutlich verschlechterte Erwartungen der Gesellschaften zurückzuführen. Die Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet im kommenden halben Jahr mit einer geringeren Nachfrage nach geleasten Ausrüstungsgütern.

Die aktuelle Konjunkturstimmung der deutschen Wirtschaft spiegelt sich damit in der Leasing-Branche wider. Denn auch das ifo Geschäftsklima gewerbliche Wirtschaft fiel im März deutlicher als erwartet. Dies zeigt, dass die Unternehmenslenker durch die Ereignisse auf der Krim verunsichert sind und ihre Erwartungen deutlich zurückschrauben. Dennoch gehen die Ökonomen davon aus, dass der Aufschwung nicht nachhaltig beeinträchtigt wird. Die Wirtschaftsweisen bezeichneten zwar kürzlich die Krim-Krise als "größtes konjunkturelles Risiko für die Weltwirtschaft", sehen jedoch nur einen geringen unmittelbaren Einfluss der Ukraine auf die globale Wirtschaft. Ihre Wachstumsprognose haben sie nach oben korrigiert.

Das Geschäftsklima Mobilien-Leasing finden Sie hier.
Den ifo Geschäftsklimaindex finden Sie hier. Informationen zur Prognose der Wirtschaftsweisen hier.  

BDL schließt sich Verbändeinitiative gegen Insolvenzanfechtung an

Der BDL hat sich einer breiten Verbändeinitiative angeschlossen, die die aktuelle Auslegung der Insolvenzanfechtung (§ 133 Abs. 1 InsO) scharf kritisiert. „In der jüngsten Vergangenheit haben sich die Fälle gemehrt, in denen Insolvenzverwalter von Leasing-Unternehmen die Zahlungen von Leasing-Raten zurückverlangt haben“, erläutert Horst Fittler, Hautgeschäftsführer des BDL. Dies passiert aufgrund der Vorsatzanfechtung nach § 133 Insolvenzordnung. Dazu muss der Insolvenzverwalter vortragen, dass das inzwischen insolvente Unternehmen trotz Kenntnis seiner Zahlungsunfähigkeit Leasing-Raten gezahlt hat, um andere Gläubiger zu benachteiligen, und dass der Leasing-Geber davon wusste.

„Wenn ein Leasing-Kunde um Zahlungsaufschub bittet und die Leasing-Gesellschaft die Raten stundet, wird der Gesellschaft damit unterstellt, sie habe aufgrund der Frage nach Stundung von der Zahlungsunfähigkeit des Kunden Kenntnis gehabt“, schildert Fittler. Auch für den Fall, dass der Kunde später seine Raten wieder regelmäßig gezahlt hat und aus anderen Gründen nach Jahren Insolvenz anmelden muss, kann der Insolvenzverwalter die seit der Stundung gezahlten Leasing-Raten zurückfordern - nach aktueller Gesetzeslage sogar rückwirkend bis zu zehn Jahre. „Die bittere Konsequenz aus der heutigen Gesetzeslage bedeutet, Kunden in schwierigen Situationen nicht mehr zu unterstützen - was letztlich zu einer Steigerung der Insolvenzen führt“, beanstandet Fittler.

Die Kritik der Leasing-Wirtschaft wird von einer breiten Verbändeinitiative geteilt. Die Mitglieder dieser Initiative, darunter die Bundesverbände für Großhandel Außenhandel Dienstleistungen, für Energie- und Wasserwirtschaft, Druck und Medien, der Deutsche Stahlhandel und vier weitere Interessenvertreter, berichten von gravierenden Auswirkungen der Insolvenzanfechtung auf ihre jeweiligen Branchen. Dies zeigt, dass der § 133 Insolvenzverordnung mit dem Risiko der zehnjährigen Anfechtungsfrist für die Bedürfnisse des Wirtschaftslebens nicht handhabbar ist. In der Stellungnahme hat die Verbändeinitiative daher dringend gesetzgeberische Korrekturen bei der Vorsatzanfechtung gefordert, indem u.a. der Anwendungsbereich eingegrenzt werden soll.

Die gemeinsame Erklärung der Verbände finden Sie hier

Europäischer Leasing-Markt wächst 2013 um zwei Prozent

Der europäische Leasing-Markt wuchs 2013 um 1,9 Prozent. Nach einer vorläufigen Erhebung des europäischen Leasing-Dachverbandes Leaseurope unterstützte dabei das Fahrzeugleasing mit einem Plus von 5,2 Prozent das Wachstum des Gesamtmarktes, während das übrige Mobilien-Neugeschäft um ein Prozent zurückging. Insgesamt wuchs 2013 das Mobilien-Leasing in Europa im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent. Das Immobilien-Leasing verzeichnete einen Rückgang von fast 13 Prozent aufgrund der schlechten Entwicklung in vielen Ländern.   

Trotz des eher positiven europäischen Gesamtbildes sind die Entwicklungen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Die Situation in den südeuropäischen Leasing-Märkten wie Spanien und Portugal stabilisiert sich. Treiber des europäischen Gesamtwachstums sind die großen Leasing-Märkte wie Großbritannien.

„Der europäische Leasing-Markt ist auf dem Vormarsch“, kommentiert Jurgita Bucyte, verantwortlich für das Referat Statistics & Economic Affairs bei Leaseurope, die vorläufigen Jahreszahlen. „Vor allem einige der schwächeren Volkswirtschaften erholen sich vom niedrigen Niveau der vergangenen Jahre.“ Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2013 habe sich das Neugeschäft deutlich verbessert. Aufgrund der positiven Prognosen für Ausrüstungsinvestitionen in Europa erwartet Leaseurope 2014 für die Leasing-Wirtschaft in Europa eine positive Entwicklung.

Der deutsche Leasing-Markt zeigte 2013 ein stabiles Neugeschäft. Die Leasing-Wirtschaft bewerkstelligte für ihre Kunden in Deutschland Investitionen in Fahrzeuge, Maschinen, IT-Equipment und andere mobile Güter für 46,5 Mrd. Euro (-0,2 Prozent) sowie für 2,0 Mrd. Euro (+5,2 Prozent) in Immobilien. Im Gegensatz zum europäischen Gesamtmarkt bremste der schwache Automarkt in Deutschland das Mobilien-Neugeschäft. Denn mit Ausnahme des Fahrzeugleasing wuchsen alle übrigen Ausrüstungsgüter um rund vier Prozent. Für das laufende Jahr ist die Leasing-Wirtschaft in Deutschland optimistisch und erwartet ein gutes Neugeschäftsplus.

Die vorläufigen Jahreszahlen 2013 der Leaseurope basieren auf den statistischen Meldungen von 29 Mitgliedern. Die endgültigen Zahlen werden in den nächsten Monaten veröffentlicht unter www.leaseurope.org, Rubrik Market Trends & Research/Statistics.

 

Leasing gewinnt bei Investitionsgüter-Gruppen Marktanteile

Leasing hat in vielen Investitionsgüter-Gruppen im vergangenen Jahr seinen Marktanteil ausgebaut. 2013 blieb das Leasing-Neugeschäft aufgrund der Investitionszurückhaltung der deutschen Wirtschaft mit 48 Mrd. Euro stabil. Wenn jedoch Unternehmen in Fahrzeuge, Maschinen, IT oder andere Ausrüstungsgüter investiert haben, nutzten sie verstärkt Leasing. Dies belegen die jüngsten Erhebungen des ifo Instituts zur Leasing-Quote.

Den höchsten Leasing-Anteil verzeichnet die Gütergruppe der Straßenfahrzeuge. Mit einem Anteil von 66 Prozent (2012: 65 Prozent) an den Gesamtinvestitionen in Straßenfahrzeuge dominiert Leasing als Finanzierungsform. Da vor allem Fahrzeuge der Mittel- und Oberklassen geleast werden, ist die Quote nach Stückzahlen etwas geringer. Jedoch wird mehr als jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug (36 Prozent, 2012: 35 Prozent) über Leasing angeschafft. Der Leasing-Anteil bei Büromaschinen und EDV-Anlagen stieg ebenfalls um einen Prozentpunkt auf 14 Prozent. Bei den Gütergruppen Maschinenbau sowie Elektro-, Nachrichten- und Medizintechnik baute Leasing nur geringfügig seinen Marktanteil auf jeweils acht Prozent aus.

Unterschiedlich entwickelte sich die Leasing-Quote der verschiedenen Kundengruppen. Am stärksten nutzen Unternehmen des Baugewerbes Leasing. Der Anteil stieg um zwei Prozentpunkte auf 61 Prozent. Im Handel ging die Quote dagegen auf 29 Prozent (von 30 Prozent 2012) zurück. In der größten Kundengruppe, dem Dienstleistungssektor, blieb der Anteil mit 13 Prozent genauso stabil wie im Verarbeitenden Gewerbe (16 Prozent), dem zweitgrößten Kundensegment.

Die öffentliche Hand nutzte im vergangenen Jahr verstärkt Leasing. Der Anteil stieg um 0,5 Prozentpunkte auf fünf Prozent. Die öffentliche Hand als einer der größten Investoren in Deutschland beeinflusst über ihre Investitionsmittel auch die Höhe der gesamten Leasing-Quote. Aus verschiedenen, auch nicht-ökonomischen Gründen, macht der Staat am wenigsten Gebrauch von Leasing. Erweitert man den Begriff des Staates von den reinen Gebietskörperschaften um z. B. Eigengesellschaften der öffentlichen Hand, würde sich jedoch eine deutlich stärkere Leasing-Nutzung ergeben.  

DIHK-Industriereport: Zuversicht steigt, Risiken bleiben

Die Betriebe aller Industriehauptgruppen wollen mehr investieren. Fast jedes dritte Unternehmen (30 Prozent) plant höhere Budgets ein. Dies ist das Ergebnis des DIHK-Industriereports, der im März veröffentlicht wurde. Befragt wurden 7.800 Industriebetriebe, darunter etwa 5.400 Exportunternehmen. 18 Prozent gaben an, Investitionen voraussichtlich zu kürzen, die Hälfte will gleichbleibend stark investieren (52 Prozent). Dadurch ergibt sich ein positiver Investitionssaldo von zwölf Punkten. „Das bedeutet eine spürbare Belebung der Investitionstätigkeit – zu Jahresbeginn 2013 hatte der Saldo bei lediglich zwei Punkten gelegen“, heißt es in der DIHK-Analyse.

"Export und Binnennachfrage gewinnen an Schwung", fasst DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben die Ergebnisse zusammen. "Die steigenden Investitionsabsichten signalisierten die aktuelle Zuversicht der Unternehmen. Viele Schlüsselbranchen wollen ihre Produktionskapazitäten erweitern."

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