Newsletter-Sonderausgabe zum BDL-Jahresbericht 2016

Editorial

Der digitalen Transformation der deutschen Wirtschaft wird eine Schlüsselrolle für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschlands zugeschrieben. Um den Wandel zu vollziehen, sind immense Investitionen notwendig, deren Finanzierung sich häufig als Hemmnis erweist. Der aktuelle Jahresbericht des BDL „Leasing 2016“ widmet sich im Schwerpunkt den Leasing-Investitionen in den digitalen Wandel. Leasing-Gesellschaften sind besonders geeignet, diese Investitionen zu ermöglichen, denn aufgrund der spezifischen Qualifikation ihrer Beschäftigten können sie innovative Prozesse bewerten und passende Finanzierungslösungen konzipieren. Beispiele aus unterschiedlichen Branchen illustrieren, wie Leasing-Unternehmen ihre Kunden begleiten und deren Investitionspläne realisieren. Die Relevanz des digitalen Wandels für die Volkswirtschaft und welche Rolle die Leasing-Wirtschaft dabei spielt, beschreibt in einem Gastkommentar Jens Spahn, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen. In einem weiteren Gastbeitrag zum Thema stellt Bianca Illner vom VDMA dar, dass Leasing Chancen bietet, das Potenzial von Industrie 4.0 in den Unternehmen zu heben. 

Darüber hinaus greift der Jahresbericht in seinen Kapiteln die Bedeutung der Investitionsform Leasing für die Volkswirtschaft und den deutschen Mittelstand auf. Er beschreibt die Rahmenbedingungen, unter denen die Leasing-Wirtschaft tätig ist, u.a. die (geringen) Auswirkungen des neuen Standards IFRS auf das Leasing-Geschäft, die Kernergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zu den Folgen der Scheingewinnbesteuerung, den Stand des Reformprozesses zur Insolvenzanfechtung und die aktuelle Refinanzierungssituation. Zudem analysiert der Jahresbericht den deutschen Leasing-Markt 2015 und gibt einen Ausblick auf das laufende Jahr. Über die Mitglieder und die Arbeit des BDL informiert das letzte Kapitel des Jahresberichts „Der BDL“. In einem Interview spricht Präsident Martin Mudersbach über die Schwerpunkte der Verbandsarbeit.

Der Jahresbericht 2016 bietet somit einen interessanten Überblick über die Themen, die die Leasing-Wirtschaft derzeit beschäftigen. Sie können sich den Report als PDF im Mediacenter herunterladen, online am Bildschirm lesen oder als gedruckte Ausgabe bestellen. Wesentliche Teile des Berichts wie das Titelthema oder die Gastkommentare sind zudem in verkürzter Form in die Website des BDL integriert.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

Ihr
Horst Fittler
BDL-Hauptgeschäftsführer

BDL-Präsident: Leasing-Wirtschaft ist prädestiniert, Investitionen in Industrie 4.0 zu realisieren

BDL-Präsident Martin Mudersbach analysiert im Editorial zum Jahresbericht das Investitionsklima in Deutschland und die konjunkturellen Aussichten. Der BDL-Präsident beschreibt das Wachstumspotenzial, das Industrie 4.0 für die Leasing-Wirtschaft bietet und nennt die Gründe, warum Leasing prädestiniert ist, den digitalen Wandel der Wirtschaft zu begleiten. Zudem fordert er klare Rahmenbedingungen, damit die Leasing-Wirtschaft die notwendigen Investitionen finanzieren kann. Die Voraussetzungen betreffen rechtliche Fragen zum Datenschutz, Urheberrecht und Haftungsfragen sowie steuerliche Aspekte.

Zum Editorial des Präsidenten

Im Fokus: Leasing ermöglicht Investitionen in den digitalen Wandel

Der digitalen Transformation der deutschen Wirtschaft wird eine Schlüsselrolle für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschlands zugeschrieben. Es geht dabei nicht allein um die Digitalisierung der industriellen Produktion, die mit dem Schlagwort Industrie 4.0 beschrieben wird. Der digitale Wandel betrifft alle Branchen und Märkte. Es geht um neue Absatzkanäle und neue Marketingstrategien, zunächst primär im B2C-Bereich, nun auch im B2B-Geschäft. Nicht zuletzt entstehen völlig neue Geschäftsmodelle, die innovative Finanzierungsmodelle benötigen sowie Investitionspartner mit besonderer Expertise.

Das Titelthema des Jahresberichts zeigt, wie sich der Investitionsbegriff gewandelt hat und wie Leasing-Gesellschaften ihre Kunden begleiten und deren Investitionen in den digitalen Wandel ermöglichen.

Zur Titelgeschichte im Jahresbericht oder auf der Website

Marktbericht: Leasing-Neugeschäft 2015 bei knapp 60 Mrd. Euro

Die Leasing-Gesellschaften erwirtschafteten 2015 ein Neugeschäft von 59,6 Mrd. Euro und damit 5,1 Prozent mehr als 2014. Im aktuellen BDL-Jahresbericht wird detailliert der Leasing-Markt in Deutschland 2015 beschrieben. Entwicklungen beim Neugeschäft, bei Objekt- und Kundengruppen, Vertrags- sowie Vertriebsarten werden dargestellt und ein Ausblick auf die kommenden Monate wird gegeben.

Das Neugeschäft 2015 setzt sich zusammen aus 52,8 Mrd. Euro Leasing- sowie 6,8 Mrd. Euro Mietkauf-Investitionen. Das Mobilien-Leasing erreichte 2015 ein Volumen von 51,9 Mrd. Euro. Mit einem Plus von sieben Prozent wuchs das Geschäft mit Fahrzeugen, Maschinen, IT-Equipment und anderen Wirtschaftsgütern deutlich schneller als die gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen. Den Leasing-Unternehmen gelang es damit abermals, die Mobilien-Leasingquote zu steigern (auf 23,3 Prozent).

Zum Marktbericht im Jahresbericht

Proportionalität und Vielfalt statt Uniformität

Als Investitionspartner der deutschen Wirtschaft sind die Leasing-Gesellschaften fest in der Realwirtschaft verankert. Die regulatorischen Anforderungen, die vorrangig dem Bankensektor gelten, treffen jedoch auch die Leasing-Branche und werden ihrem besonderen Geschäftsmodell sowie der mittelständischen Branchenstruktur oftmals nicht gerecht. Der BDL warnt, dass auf europäischer Ebene das Prinzip der Proportionalität zunehmend aus den Augen verloren und stattdessen auf eine Vereinheitlichung gesetzt wird, die sich an Standards von Großbanken orientiert. Diese Tendenz schadet der Vielfalt und der Stabilität des gesamten Finanzsektors.

Zum Artikel "Proportionalität und Vielfalt statt Uniformität" im Jahresbericht

Der BDL kritisiert, dass die seit 2014 geänderten steuerlichen Abschreibungsbedingungen für Leasing-Vermögen die Branche erheblich belasten. Eine wissenschaftliche Studie verdeutlicht nun den sogenannten Scheingewinnbesteuerungseffekt. Danach hätten die Leasing-Gesellschaften ohne die AfA-Verschärfung noch wesentlich mehr Investitionen zugunsten ihrer Kunden realisieren können. Die Studie beurteilt die Änderung der bisherigen Abschreibungspraxis als willkürlich, da aus bilanzrechtlicher Sicht jegliche Begründung fehlt.

Zum Artikel im Jahresbericht oder auf der Website

Was lange währt, wird nicht immer gut: Vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Behörden soll der Anfang des Jahres veröffentlichte Standard IFRS 16 ab 1.1.2019 verbindlich anzuwenden sein. IFRS 16 basiert auf dem sogenannten Right-of-Use-Konzept, wonach künftig alle Miet- und Leasing-Geschäfte mit ihren Nutzungsrechten und Verpflichtungen in der IFRS-Bilanz des Mieters oder des Leasing-Nehmers erfasst werden, sofern er nach internationalen Regeln bilanziert. Ausnahmen gibt es bei kurzen Laufzeiten bis zu zwölf Monaten und für Small-Ticket-Leases mit Objektwerten bis 5.000 US$.

Nicht nur gemessen an den eigenen Ansprüchen der Standardsetzer ist das Ergebnis fragwürdig. Da es in Deutschland jedoch weniger als 1.000 IFRS-Bilanzierer gibt, halten sich die Auswirkungen des neuen Standards in Grenzen. Zumal der Aspekt der Bilanzneutralität nach aktuellen Marktstudien für die große Mehrzahl der Leasing-Nehmer keinen ausschlaggebenden Vorteil darstellt. Der Löwenanteil der Leasing-Kunden stammt aus dem Mittelstand und bilanziert nach dem Handelsgesetzbuch (HGB); für sie ändert sich daher nichts. Ebenso wenig sieht IFRS 16 für die Leasing-Geber-Seite nennenswerte Änderungen vor.

Zum Artikel im Jahresbericht oder auf der Website

Mittelständische Struktur der Leasing-Wirtschaft

„The German Mittelstand“ ist in der ganzen Welt ein Begriff und Synonym für Erfolg. In den vergangenen über 50 Jahren hat sich parallel zur Gesamtwirtschaft eine ebenso heterogene Leasing-Branche entwickelt: Den Leasing-Markt teilen sich große, meist international tätige Gesellschaften – oft mit Banken- oder Hersteller-Hintergrund – mit einer Vielzahl kleiner und mittelständischer Leasing-Unternehmen. Experten für Immobilien- und Großmobilien-Leasing sind ebenso vertreten wie breit aufgestellte Universalanbieter und Spezialisten für bestimmte Gütergruppen oder Kundensektoren. Den Kunden kann die Branche somit eine Beratung auf Augenhöhe bieten, was neben der Innovationskraft eines ihrer Erfolgsgeheimnisse darstellt.

Im Jahresbericht wird im Kapitel „Die Mitglieder des BDL“ die Struktur der Branche analysiert, ihre Entwicklung unter der Finanzmarktaufsicht beschrieben sowie die Forderungen des BDL für entsprechende Rahmenbedingungen erläutert.

Zum Artikel im Jahresbericht „Mittelständische Struktur ermöglicht Kundenberatung auf Augenhöhe“

Welches Image hat der BDL bei seinen Mitgliedsgesellschaften? Welchen Nutzen sehen die Unternehmenslenker in ihrer Mitgliedschaft? Bei welchen aktuellen Herausforderungen kann der BDL unterstützen? Welche Ansprüche werden an Aus- und Weiterbildungsangebote gestellt und wie kann der Austausch zwischen den Mitgliedern und der Geschäftsstelle verbessert werden? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, hat der Vorstand des BDL eine Mitgliederbefragung in Auftrag gegeben. In einem Interview spricht Präsident Martin Mudersbach über die Kernergebnisse dieser Mitgliederbefragung und die sich daraus ergebenden Schwerpunkte der Verbandsarbeit.

Im Ergebnis haben die Geschäftsführer die strategische Ausrichtung bestätigt, die Verbandsarbeit auf die beiden Standbeine Interessenvertretung und Dienstleistung zu stellen. Die Unternehmenslenker sehen heute einen noch größeren Nutzen in ihrer Mitgliedschaft - für die Branche, das eigene Unternehmen und für den Befragten persönlich - als in früheren Befragungen.

Zum Artikel im Jahresbericht über die Ergebnisse der Mitgliederbefragung
Zum Interview mit dem BDL-Präsidenten auf der Website