Corona-Krise: Auswirkung für Leasing-Branche und Kunden abfedern

Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Ausnahmesituation, die ihresgleichen sucht. Die Folgen der Maßnahmen im Zuge der Covid-19-Pandemie auf die Volkswirtschaft sind noch nicht absehbar. Seit Anfang März kämpft der BDL an verschiedenen Fronten, um die Auswirkungen der Corona-Krise für die Leasing-Branche und ihre Kunden möglichst abzufedern. Denn auch für den „Wiederaufbau“ nach der Krise wird eine starke Leasing-Branche gebraucht. 

In diesem Newsletter stellen wir Ihnen wesentliche Maßnahmen und Initiativen vor. Auf den BDL-Webseiten PresseAktuelles und Positionen finden sich stets aktuelle Informationen zu unseren Aktivitäten. 

Zudem hat der BDL eine Übersicht mit Hilfsmaßnahmen und Programmen zur Corona-Krise erstellt, die regelmäßig aktualisiert wird. Darunter Förderhilfen und -programme von KfW und Bürgschaftsbanken, Soforthilfe für Kleinstunternehmer und Soloselbstständige sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen (z. B. steuerliche Erleichterungen, Kurzarbeitergeld, Insolvenzaussetzung). Hinweise der BaFin Im Rahmen der Covid-19-Pandemie finden Sie ebenfalls dort.  

Zur Übersicht auf der BDL-Website

KfW öffnet Corona-Sonderprogramm für Leasing

Der BDL ist mit seinen Forderungen, die KfW-Sonderprogramme für Leasing zu öffnen, durchgedrungen: Nun können auch Leasing-Gesellschaften einen KfW-Unternehmerkredit im Rahmen des Corona-Sonderprogrammes 2020 für sich beantragen - sofern sie nicht mit mehr als 25 Prozent im Eigentum von Banken stehen. Zusätzlich sollen Leasing-Kunden den Unternehmerkredit für die Zahlung von Leasing-Raten nutzen können. Eine entsprechende Klarstellung findet sich in den FAQs der KfW im Kundenportal für die  Hausbanken.

„Wir freuen uns, dass die KfW ihr Sonderprogramm für Leasing-Gesellschaften geöffnet hat. Dies ist eine gute Entwicklung für Leasing-Unternehmen und Leasing-Nehmer und damit ein wichtiger Beitrag, dass die KfW-Mittel in der Realwirtschaft ankommen“, erklärt Dr. Claudia Conen, Hauptgeschäftsführerin des BDL. „Wir appellieren nun, die KfW-Fördermöglichkeiten zu nutzen und die Raten zu bedienen.“

Für Kleinstunternehmen und Soloselbstständige wurde die Corona-Soforthilfe konzipiert, um auch laufende Betriebskosten, wie Leasing-Raten, zu erfüllen. 

BDL fordert garantie-abgesichertes Stundungsmodell für Leasing-Raten

Garantie-abgesicherte Stundungen von Leasing-Raten könnten schnell und unbürokratisch helfen, um drohende Liquiditätsengpässe der Kunden zu überbrücken. Daher kämpft der Leasing-Verband seit März in verschiedenen Initiativen für dieses Instrument.

„Wir begrüßen das Hilfspaket der Bundesregierung, aber die Leasing-Branche benötigt darüber hinaus weitere Liquiditätshilfen, die auf ihre Bedürfnisse angepasst sind“, erklärt BDL-Hauptgeschäftsführerin Dr. Claudia Conen. „Mit einer Haftungsfreistellung für die Ausfallrisiken der Leasing-Unternehmen – zum Beispiel durch die KfW – könnten die Leasing-Gesellschaften ihren Kunden Stundungen für Leasing- und Mietkaufraten anbieten“, führt sie weiter aus.

Seit dem Shutdown erreichen die Leasing-Gesellschaften zahlreiche Stundungsanfragen. Da die Leasing-Güter zumeist über Banken und fristenkongruent refinanziert sind, braucht die Branche eine Absicherungsgarantie für die gestundeten Raten. „Ansonsten laufen Leasing-Gesellschaften Gefahr, auf ihrer Refinanzierungsseite in nicht mehr steuerbare Risiken zu geraten. Deshalb fordert der BDL eine angemessene Absicherung. Dies sei nicht zuletzt aufsichtsrechtlich gerechtfertigt: „Leasing-Gesellschaften sind beaufsichtigte Finanzdienstleistungsinstitute, deren Robustheit die BaFin unabhängig von Größe und Eigentümerhintergrund bestätigt hat“, erklärt die Hauptgeschäftsführerin.

Neben Schreiben an den Bundeswirtschafts- und den Bundesfinanzminister hat Dr. Conen daher eine Allianz von sieben Verbänden initiiert. Die Liquiditätssituation betrifft alle Branchen, die Leasing-Güter nutzen, daher haben sich der Allianz auch Verbände von Kundengruppen wie Franchise-Unternehmen und der Freien Berufe angeschlossen. Mit dem Verband der Automobilindustrie (VDA) hat der BDL ein gemeinsames Positionspapier an die Politik adressiert, darin plädieren beide Verbände eindringlich für eine adäquate Absicherung der Leasing-Gesellschaften.

Zur Presseinformation zum Stundungsmodell
Zur Presseinformation zur 7-Verbände-Allianz
Zum Positionspapier von VDA und BDL

Leasing-Geschäftsklima bricht im März ein

In Folge des Shutdowns bricht das Geschäftsklima Mobilien-Leasing im März ein, nachdem sich der Wert im Februar noch im positiven Bereich befand. Die aktuelle Lage wird von den Leasing-Gesellschaften deutlich schlechter als im Vormonat eingeschätzt, der Wert befindet sich jedoch noch im positiven Bereich. Ausgesprochen pessimistisch blicken die Gesellschaften auf die Geschäftsentwicklung der nächsten sechs Monate. Während sich der Wert im Vormonat noch leicht im positiven Bereich befand, stürzt er nun deutlich ins Minus.  

Diese angesichts der aktuellen Lage wenig überraschende Entwicklung folgt dem ifo Geschäftsklimaindex und den Exporterwartungen, die beide im März eingebrochen sind. Laut einer DIHK-Blitzumfrage fürchtet inzwischen jedes fünfte Unternehmen in Deutschland die Insolvenz. 

Das Geschäftsklima Mobilien-Leasing errechnet das ifo Institut aus den Meldungen der Leasing-Gesellschaften zur gegenwärtigen und der in den nächsten sechs Monaten erwarteten Geschäftslage.

Zum Geschäftsklima Mobilien-Leasing
Zum ifo Geschäftsklimaindex 
Zur DIHK-Blitzumfrage

Deutschland droht Rezession

Geschäftsschließungen, Umsatzeinbrüche, Grenzschließungen, Produktionsstopps, Abbrüche in den Lieferketten - die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Ausnahmesituation, die in den vergangenen Jahrzehnten ihresgleichen sucht. Ökonomen erwarten die stärkste Rezession der Nachkriegsgeschichte. Nach einer Blitzumfrage des DIHK rechnet mehr als jeder vierte Betrieb mit Umsatzrückgängen von mindestens 50 Prozent für das Gesamtjahr 2020. Fast jedes fünfte Unternehmen sieht sich von einer Insolvenz bedroht.

Bei der Einschätzung der Auswirkungen des Shutdowns gehen die Experten in der Regel von zwei Szenarien aus: Beim V-Szenario wird der Shutdown Ende April beendet, danach erholt sich die Wirtschaft langsam wieder. Beim U-Szenario sind die wirtschaftlichen Aktivitäten etwa bis Ende Juni eingeschränkt.

Die Wirtschaftsweisen rechnen in ihrem Gutachten beim V-Szenario mit einem Rückgang des realen BIP im Gesamtjahr 2020 um 5,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. 2021 würde die Wirtschaft dann um 4,9 Prozent wachsen. Bei einem U-Szenario sinkt das reale BIP um 4,5 Prozent. Im kommenden Jahr würde die Wirtschaftsleistung mit einem Wachstum von 1,0 Prozent nur sehr langsam wachsen.

Als wahrscheinlichstes Szenario nennt der Sachverständigenrat jedoch das sogenannte Basisszenario, bei dem sich die wirtschaftliche Lage über den Sommer normalisiert und ein schneller und starker Aufholprozess einsetzt. Der Rückgang des BIP im Jahresdurchschnitt 2020 liegt danach 2,8 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Bei den Ausrüstungsinvestitionen schätzt der Sachverständigenrat erst für Herbst den konjunkturellen Wendepunkt. „Aufgrund des starken Rückgangs im ersten Halbjahr ergibt sich für das Gesamtjahr 2020 im Basisszenario ein Wachstum von -6,8 Prozent. Im Jahr 2021 könnte das Wachstum dann 4,3 Prozent betragen“, heißt es im Gutachten.

Andere Wirtschaftsinstitute halten das Basisszenario für sehr optimistisch. Das IW Köln rechnet bei einem V-Szenario, es spricht dabei vom Positiv-Szenario, mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts zwischen 4 und 5 Prozent. Beim U-Szenario (Negativ-Szenario) unterstellen die Kölner, dass der Lockdown bis Ende Juni dauert und der Aufholprozess weniger intensiv ausfällt. Das reale BIP würde danach im Jahresdurchschnitt 2020 um 9 bis 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Bei diesem U-Szenario würde das Ausgangsniveau erst wieder zum Jahresende 2020 erreicht werden.

Das Münchener ifo-Institut hat in einer Studie ebenfalls mehreren Szenarien untersucht, bei denen die Dauer der Lockdown-Phase und die Zeit des Post-Lockdowns variieren. Die Konjunkturforscher schätzen je nach Szenario den Rückgang der Jahreswachstumsrate des realen BIP zwischen 4,3 Prozentpunkten und 20,6 Prozentpunkten ein.

Zum Gutachten des Sachverständigenrates
Zum Überblick über aktuelle Konjunkturstudien des IW
Zur Studie des ifo Instituts
Zur Blitzumfrage des DIHK

Rückblick: Leasing gewinnt 2019 Marktanteile bei nahezu allen Güter- und Kundengruppen

Das Fahrzeugleasing hat 2019 weitere Marktanteile gewonnen. Nach einer Expertenstudie stieg der Leasing-Anteil an neu zugelassenen Straßenfahrzeugen auf 42,1 Prozent (von 39,8 Prozent im Vorjahr). Da unter den Leasing-Fahrzeugen ein hoher Anteil an Ober- und Mittelklassewagen ist, steigt der Leasing-Anteil gemessen am Anschaffungswert neuer Fahrzeuge auf 70 Prozent (von 67,9 Prozent). Damit spiegelt sich das starke Wachstum des Fahrzeugleasing (+9 Prozent) im vergangenen Jahr auch in der Quote wider, Leasing steigerte sich dynamischer als die Neuzulassungen.

Auch die Leasing-Quoten der anderen untersuchten Gütersektoren entwickelten sich entsprechend des guten Wachstums im vergangenen Jahr positiv. Der Leasing-Anteil im Sektor Büromaschinen und IT-Ausstattungen sowie bei Elektro-, Nachrichten- und Medizintechnik und sonstigen Erzeugnissen stieg. Im Sektor Maschinenbauerzeugnisse blieb er stabil, was angesichts der Entwicklung im Maschinenbau ein zufriedenstellendes Ergebnis ist.

Ein ähnlich positives Bild wie in den Gütersektoren ergibt sich bei den Kundensektoren. Der Leasing-Anteil der Bereiche Bau, Handel und Dienstleistungen stieg deutlich, im Verarbeitenden Gewerbe und beim Staat blieb die Quote nahezu stabil.

Anteil Außenfinanzierung

Betrachtet man nun den Leasing-Anteil an allen außenfinanzierten Anlageinvestitionen, so erzielte die Leasing-Wirtschaft 2019 mit 53,5 Prozent einen neuen Rekord. Noch nie zuvor realisierten Unternehmen einen derartig hohen Anteil ihrer außenfinanzierten – also nicht über den internen Cashflow finanzierten – Investitionen in Maschinen, Fahrzeuge, Produktionsanlagen etc. mittels Leasing.

Download Studie Kundensektoren
Download Studie Gütersektoren
Zum Leasing-Anteil Außenfinanzierung

Weiterbildung im Homeoffice

Wer aufgrund der Corona-Krise derzeit im Homeoffice ist, findet unter Umständen Zeit für digitale Weiterbildungsmaßnahmen. Die BDL-Akademie bietet aktuell drei Online-Kurse für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Leasing-Gesellschaften an, zu denen die Anmeldung jederzeit möglich ist: Geldwäsche- und Betrugsprävention bei Leasing-Unternehmen, Fraud Prevention bei Leasing-Unternehmen und Compliance-Wissen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Leasing-Unternehmen. 

Die Online-Kurse sind so konzipiert, dass wesentliches Wissen zu den Themenfeldern in sehr kurzer Zeit –  zwischen 30 Minuten und 1 Stunde – vermittelt wird. Der Teilnehmer bestimmt dabei selbst, wann und wo er am Kurs teilnimmt. Voraussetzung ist nur ein Computer mit Internetverbindung. 

Informationen zu Online-Kursen beim Partner der BDL-Akademie S&P Lernwelt und im Seminarprogramm des BDL.