BDL begrüßt Investitionsanreize im Konjunkturpaket

"Um die deutsche Wirtschaft aus der Rezession zu führen und zu einem nachhaltigen Wachstum zurückzufinden, brauchen wir einen kraftvollen Neustart der Wirtschaft. Vor allem die Investitionsstimmung muss verbessert werden. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung gibt dazu wichtige Impulse", erklärt BDL-Hauptgeschäftsführerin Dr. Claudia Conen.

Der BDL hat daher insbesondere die Investitionsanreize im Konjunkturpaket begrüßt: So werden die degressive AfA befristet wieder eingeführt und der Bundesanteil des Umweltbonus für den Erwerb bzw. das Leasing von Elektrofahrzeugen als sogenannte „Innovationsprämie“ verdoppelt. Weitere Maßnahmen tragen vor allem zur Sicherung der Liquidität auf Kundenseite bei, was mittelbar auch den Leasing-Unternehmen zugutekommt. Dies gilt z. B. für den erweiterten steuerlichen Verlustrücktrag und den verdoppelten Freibeitrag bei der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung der Finanzierungsanteile von Leasing-Raten und anderen Finanzierungsaufwendungen.

Zu den Umsatzsteuerplänen der Koalition hat der BDL eine ambivalente Haltung: "Grundsätzlich befürworten wir, dass mittels der befristeten Senkung der Mehrwertsteuersätze der private Konsum angekurbelt werden soll. Im B2B-Bereich, der das Leasing-Geschäft dominiert, sind jedoch keine Wachstumsimpulse zu erwarten, da die Kunden durch den Vorsteuerabzug meist vollständig von der Umsatzsteuer entlastet sind", erläutert Dr. Conen. Den enormen Bürokratiekosten durch die mehrmalige Umstellung in kurzer Zeit, die schon wegen der extrem knappen Vorlaufzeit enorme Herausforderungen für die betriebliche Praxis mit sich bringe, stünde hier kein adäquater Nutzen gegenüber. Der BDL hat sich daher zusammen mit anderen Verbänden für Erleichterungen stark gemacht und eine Nichtbeanstandungsregelung für Dauerleistungen und deren Teilleistungen im B2B-Bereich vorgeschlagen. Das Bundesfinanzministerium ist dem Vorschlag aktuell jedoch nur in sehr beschränktem Umfang für den Monat Juli gefolgt. 

Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie hatte die Bundesregierung am 3. Juni 2020 ein umfangreiches Zukunfts-, Hilfs- und Konjunkturpaket verabschiedet. Es soll die bereits beschlossenen Hilfsprogramme ergänzen und die in den vergangenen Monaten stark zurückgegangene Wirtschaftsleistung und den Konsum ankurbeln. 

Investitionen brechen ein

Die Unternehmen in Deutschland verringern ihre Investitionen drastisch. Jede zweite Firma berichtete dem ifo Institut bei seiner Konjunkturumfrage im Mai, dass sie ihre Investitionen verschoben habe. Dies sind nochmals mehr Unternehmen als im April (46 Prozent). 28 Prozent der Unternehmen hatten Investitionsprojekte im Mai sogar ganz gestrichen (22 Prozent im April). Auch der Sachverständigenrat ("Wirtschaftsweise") rechnet in seiner am 23. Juni 2020 veröffentlichten Konjunkturprognose mit einem Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen um 19,3 Prozent für das laufende Jahr.

Besonders massiv verringerten laut ifo Umfrage die Industrieunternehmen ihre Investitionen. Zwei von drei Industrieunternehmen legen die Investitionspläne zunächst auf Eis, jedes dritte strich seine Vorhaben vollständig.  

Die Wirtschaftsweisen korrigierten ihre März-Prognose nach unten. Das BIP wird danach im laufenden Jahr um 6,5 Prozent (kalenderbereinigt 6,9 Prozent) zurückgehen. Die Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland, so die Experten, dürfte recht nahe an dem im Sondergutachten vom März als „ausgeprägtes V“ beschriebenen Risikoszenario liegen. Der dort berechnete Tiefpunkt werde jedoch voraussichtlich noch unterschritten. 

„Eine mehr als beunruhigende Entwicklung und ein schlechtes Vorzeichen für den Neustart der Wirtschaft“, kommentiert BDL-Hauptgeschäftsführerin Dr. Claudia Conen. „Schließlich spielen Investitionen eine Schlüsselrolle für das Wachstum und den notwendigen Aufholprozess der Wirtschaft in Deutschland.“

Leasing-Geschäftsklima erholt sich langsam

Das Leasing-Geschäftsklima hat sich nach den drastischen Einbrüchen in den Monaten März und April im Mai und Juni wieder verbessert. Zwar liegen alle Werte noch im negativen Bereich, entwickelten sich jedoch zum zweiten Mal aufwärts. Bei deutlich besserer Einschätzung der Geschäftslage blicken die Leasing-Gesellschaften auch optimistischer auf die nächsten sechs Monate. Damit spiegelt das Klima in der Leasing-Branche die Stimmung der deutschen Unternehmen wider, die sich nach aktuellem ifo Geschäftsklimaindex weiter aufgehellt hat.

Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni deutlich angestiegen - mit dem stärksten jemals gemessenen Anstieg. Die aktuelle Lage wurde von den Unternehmen etwas besser beurteilt, ihre Erwartungen machten sogar einen deutlichen Sprung nach oben. Die deutsche Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels, kommentiert das ifo Institut die Entwicklung. Die größten Kundensektoren der Leasing-Wirtschaft - Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen - verzeichneten beide ein verbessertes Geschäftsklima. Insbesondere auf die Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten sehen die Unternehmen positiver. 

Zum Leasing-Geschäftsklima

Zum ifo-Geschäftsklimaindex

Geldwäsche: Leasing "low risk"

Die BaFin hat in ihrer jüngst veröffentlichten subnationalen Risikoanalyse Leasing als einzigen Sektor mit „low risk“ bewertet. Seit Leasing-Gesellschaften zum Kreis der Verpflichteten nach dem Geldwäschegesetz gehören, setzt sich der BDL gegenüber Politik und Aufsicht dafür ein, dass der verschwindend geringen geldwäscherechtlichen Relevanz des Leasing in der Regulatorik Rechnung getragen wird. Die nunmehr eindeutige Positionierung der BaFin begrüßt der BDL ausdrücklich.

Leasing als Investitionsturbo

Die aktive Rolle, die Leasing beim Neustart der Wirtschaft zukommt, erkennen immer mehr Politiker an. Die FDP-Fraktion im Bundestag nennt in diesem Zusammenhang Leasing einen "Investitionsturbo" – die Leasing-Branche könne einen wichtigen Beitrag zur Liquiditätsbereitstellung in der Corona-Krise sowie zur Sicherstellung einer wachstumsorientierten Investitionsversorgung leisten. Leasing gehe weit über den Pkw- und Nutzfahrzeugbereich hinaus und könne für viele Wirtschaftsgüter genutzt werden, heißt es in einem Bundestagsantrag.

Leasing immer beliebter

Leasing ist attraktiver denn je. Dies zeigt eine erste Auswertung der Kantar-Marktstudie, die im Auftrag des BDL durchgeführt worden ist. Die Telefonbefragung fand vom 10. Januar bis 28. Februar 2020 statt und bezieht sich auf die Erfahrungen in 2019 und Erwartungen für 2020 (vor Ausbruch der Corona-Krise).

Seit der vergangenen Befragung 2015 hat Leasing in Deutschland weiter an Bedeutung gewonnen: Vier von fünf Unternehmen ziehen Leasing regelmäßig für ihre Investitionspläne in Betracht, drei von vier Unternehmen nutzen schließlich Leasing (2015: 63 Prozent). Auch der Anteil der Heavy-User – Unternehmen, die Leasing immer oder häufig nutzen – ist von 24 Prozent in 2015 auf 40 Prozent gestiegen. Immer beliebter wird Leasing besonders bei KMU mit bis 50 Beschäftigten, die in der Vergangenheit zurückhaltender waren. Rund 80 Prozent ziehen regelmäßig Leasing für ihre Investitionspläne in Betracht.

Befragt wurden die Unternehmensvertreterinnen und -vertreter neben der Nutzung von Leasing u.a. über die Zufriedenheit mit ihrer Leasing-Gesellschaft, Leasing-Motive sowie die Realisierung von „grünen“ Investitionen und Digitalisierungsprojekten mittels Leasing. Eine ausführliche Analyse der Ergebnisse wird im Rahmen des Jahresberichts des BDL im August auf der entsprechenden Website veröffentlicht.