Wirtschaftsinstitute senken Prognose

Konjunktur deutlich abgekühlt - Politische Risiken hoch. Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2019

Die fünf führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 deutlich gesenkt. Deutschland wird nach dem Frühjahrsgutachten der Gemeinschaftsdiagnose deutlich geringer wachsen als gedacht.

Danach erwarten die Ökonomen eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 0,8 Prozent, mehr als ein Prozentpunkt weniger als im Herbst 2018 prognostiziert. 2020 soll sich das Blatt wieder wenden: Das Bruttoinlandsprodukt dürfte dann um 1,8 Prozent zunehmen.

Auch die fünf Wirtschaftsweisen hatten ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr erst vor kurzem auf fast die Hälfte gesenkt (ebenfalls 0,8 Prozent).

„Die Konjunktur kühlt sich deutlich ab. Die Auftragseingänge in der Industrie sind um 4,2 Prozent eingebrochen“, ergänzt BDL-Hauptgeschäftsführer Horst Fittler. Noch gehen die Institute nicht von einer Rezession aus, allerdings basieren die Analysen auf der Annahme eines geordneten Brexits. „Kommt es zu einem No-Deal-Brexit müssen die Prognosen vor allem für das nächste Jahr korrigiert werden. Nicht auszudenken, was dies für die Investitionsstimmung in Deutschland bedeutet. Wir brauchen daher Anreize für mehr Unternehmensinvestitionen am Standort.“

Die Ausrüstungsinvestitionen sollen nach der aktuellen Gemeinschaftsdiagnose im laufenden Jahr nur noch moderat wachsen, geschätzt wird ein Plus von 2,1 Prozent. Der Auslastungsgrad sei bereits gesunken und die Aussichten für die Weltkonjunktur dämpfen die Investitionen, heißt es im Gutachten. Für 2020 erwarten die Institute ein Wachstum von 2,8 Prozent, kalenderbereinigt um 1,6 Prozent. 

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