Parlamentarisches Frühstück des BDL

Mehr Investitionsanreize für Unternehmen in Deutschland und eine Aufsicht mit Augenmaß forderte BDL-Präsident Martin Mudersbach heute auf dem „Parlamentarischen Frühstück“ des BDL vor finanzpolitischen Experten der im Bundestag vertretenen Parteien. „Wir leben von der Substanz, und das wird sich auf Dauer rächen. Denn mit veralteten Maschinenparks kann der Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland nicht wettbewerbsfähig gehalten werden. Dies gilt insbesondere für das Thema Industrie 4.0.“ Die deutsche Wirtschaft brauche daher einen deutlichen und nachhaltigen Anstieg der öffentlichen und der privaten Investitionen.

Industrie 4.0 beschleunige das Innovationstempo. Investitionen müssten steuerlich dem Innovationszyklus angepasst werden. Mudersbach appellierte an die Politik, die Abschreibungszeiten für Software und Anlagegüter zu verkürzen und dem tatsächlichen Wertverlust von Investitionen anzupassen. Kürzere Abschreibungszeiten geben auch schnellere Liquidität für neue Investitionen zurück.

Die Leasing-Wirtschaft, der größte Investor in Deutschland, benötige Rahmenbedingungen, die ihr Geschäftsmodell unterstützen und nicht behindern, erläutert Mudersbach. Die Leasing-Gesellschaften, die seit 2008 unter der Aufsicht von BaFin und Bundesbank stehen, brauchen eine „Aufsicht mit Augenmaß“. Das sogenannte Proportionalitätsprinzip sollte es allen Unternehmen - unabhängig von ihrer Größe und ihrem Geschäftsmodell - ermöglichen, die regulatorischen Pflichten zu erfüllen. „Jedoch wird dieses Prinzip besonders auf europäischer Ebene immer mehr aus den Augen verloren. Stattdessen wird auf eine Vereinheitlichung gesetzt, die sich am Geschäftsmodell und den Prozessen großer Banken orientiert. Diese Entwicklung bedroht die Vielfalt des Finanzsektors und mindert dadurch auch dessen Stabilität“, warnte der BDL-Präsident. „Nationale Besonderheiten müssen berücksichtigt werden, damit bewährte Stärken, wie die Heterogenität der Finanzierungslandschaft in Deutschland, erhalten bleiben. Das deutsche Erfolgsmodell darf nicht an dem einheitlichen europäischen Aufsichtsmechanismus scheitern.“