Leasing-Markt 2004: Mobilien weiter im Aufwind

Das Leasing-Neugeschäft wird 2004 gegen den gesamtwirtschaftlichen Trend um rund 1 % auf gut 47 Mrd. € zulegen. Getragen wird der Zuwachs vom Mobilien-Leasing, das sich mit einer Steigerung um mehr als 5 % sehr positiv entwickelt.

In diesem Jahr wird Leasing Anschluss an seinen langjährigen Wachstumstrend finden. Nach einem kleinen Rückgang des Leasing-Neugeschäftes im letzten Jahr wird das Jahr 2004 wieder mit einem Plus abschließen. Mit gut 47 Milliarden Euro wird das Neugeschäft ein Prozent über dem Ergebnis des Jahres 2003 liegen. Dies ist umso beachtlicher, als die gesamtwirtschaftlichen Investitionen (ohne Wohnungsbau) nach aktuellen Schätzungen des ifo Instituts 2004 erneut um zwei Prozent schrumpfen werden. Angesichts dieses Um-feldes hat sich das Produkt Leasing ausgezeichnet behauptet. Die Leasing-Quote dürfte im Jahre 2004 auf einen neuen Spitzenwert in Höhe von 18,6 Prozent (Vorjahr: 18,0 Prozent) steigen. Bereits im letzten Jahr deutete sich allerdings eine unterschiedliche Dynamik in der Entwicklung des Mobilien- und Immobilien-Leasing an. Diese hat sich im laufenden Jahr fortgesetzt. Die Gesellschaften im Bereich Mobilien-Leasing werden 2004 ein Neugeschäftsvolumen von gut 41 Milliarden und damit etwa 2 Milliarden Euro (5,2 Prozent) mehr als im Vorjahr erreichen. Die zum Ende des letzten Jahres erfolgreiche Abwehr der lange drohenden Leasing-Steuer hat nach einer Phase des Abwartens diesen erneuten Wachstumsschub des Lea-sing ermöglicht. Damit konnte das Leasing seinen Beitrag zur Stabilisierung der Konjunktur und Beschäftigung leisten. Bei einem erwarteten Rückgang der Ausrüstungsinvestitionen in diesem Jahr um 1 Prozent steigt die Mobilien-Leasing-Quote auf ein neues All-zeithoch von 24,2 Prozent (Vorjahr: 22,8 Prozent). Diese eindrucksvollen Zahlen bestätigen die auch in Umfragen zum Ausdruck kommende große Attraktivität des Leasing bei der Wahl der bevorzugten Investitionsform. Im verarbeitenden Gewerbe werden damit über 50 Prozent aller außenfinanzierten Ausrüstungsinvestitionen über Leasing durchgeführt. Im Immobilien-Leasing hat sich jedoch der Rückgang des letzten Jahres fortgesetzt. Das deutliche Minus in diesem Geschäftsfeld um 1,6 Milliarden Euro (minus 20,5 Prozent) ist dabei Spiegelbild der rezessiven Entwicklung im gewerblichen und staatlichen Bau und Ausdruck der insgesamt rückläufigen Investitionen in Deutschland. Hinzu kommen immer wieder Steueränderungsvorhaben, die die Investoren verunsichern. Beispielhaft zu nennen sind hier die Regelungen zur Mindestbesteuerung, die trotz einer Entschärfung im Vermittlungsausschuss zum Ende des letzten Jahres für die im Immobilien-Leasing typischen Ob-jektgesellschaften ein echtes Handicap darstellen. Auch die verlängerten Abschreibungszeiten haben die Rahmenbedingungen für das Immobilien-Leasing fühlbar verschlechtert. Demgegenüber konnte eine geplante gewebesteuerliche Änderung, die bei Objektgesell-schaften zu einer weiteren Zusatzbelastung geführt hätte, vor Kurzem im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren abgewendet werden. Innerhalb der Leasing-Branche hat sich 2004 die Produkt- und Anbieterstruktur erstmals seit längerer Zeit etwas stärker verändert. Dies betrifft sowohl die Relation zwischen den Volumenanteilen der Hersteller-Leasing-Gesellschaften und der unabhängigen sowie bankennahen Leasing-Gesellschaften sowie die Relation zwischen den Immobilien- und den Mobilien-Leasing-Gesellschaften. Im bedeutenden Fahrzeuggeschäft konnten die Herstellergesellschaften ihre Position weiter ausbauen. Das Leasing-Investitionsvolumen des Jahres 2004 entfällt zu 87 Prozent auf Mobilien und zu 13 Prozent auf Immobilien. Bei den Leasing-Objekten erreicht der Anteil der Straßenfahrzeuge inzwischen ein Volumen von knapp 55 Prozent. Das schon im Vorjahr beobachtete Wachstum des Anteils der Maschinen hat sich im laufenden Jahr nochmals beschleunigt (+16 Prozent). Die Maschinen sind damit inzwischen mit deutlichem Abstand vor den Büromaschinen und Computern die zweitwichtigste Objektgruppe innerhalb des Mobilien-Leasing. Aber der Sektor der Büromaschinen ist nicht nur im absoluten Volumen wieder deutlich gewachsen, sondern hat seinen Anteil aus dem Jahre 2002 nahezu wieder erreichen können. Hier dürfte eine Rolle spielen, dass nach dem großen Investitionsschub aus dem Jahr-2000-Wechsel und der Euroumstellung inzwischen wieder ein hoher Ersatzinvestitionsbedarf der inzwischen in die Jahre gekommenen IT-Ausrüstungen entstanden ist. Insgesamt blickt die Leasing-Branche zuversichtlich in die Zukunft. Mit dem für das nächste Jahr erwartenden Wachstum der Investitionen bestehen angesichts der hohen Attraktivität des Produktes gute Voraussetzungen für ein gutes Leasing-Jahr 2005. Einen wachsenden Beitrag wird dazu das internationale Geschäft leisten.

25.11.2004 fw/di