Die deutsche Leasing-Branche hat im ersten Halbjahr 2026 mehr Verträge abgeschlossen als im Vorjahreszeitraum, aber zu einem geringeren Auftragsvolumen. Das zeigt die aktuelle Statistik des BDL.
Die Zahl der Aufträge im Mobilien-Leasing stieg im ersten Halbjahr 2026 um rund 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wert der Objekte lief gegenläufig: Er sank um ca. 1 Prozent.
Mehr Aufträge, kleinere Objekte
Die Erklärung liegt im Portfolio. Aufträge für kleinvolumige Objekte wie Fahrräder haben spürbar zugelegt. Große, hochpreisige Objekte wie Maschinen für die Produktion sind zurückgegangen. Mehr Verträge, aber im Schnitt kleinere Tickets – das drückt den Gesamtwert, auch wenn die Auftragszahl wächst.
Elektrofahrzeuge um 50 Prozent gewachsen
Während die Aufträge im Segment Pkw und Kombi insgesamt rückläufig waren, legten die Verträge für batterieelektrische Fahrzeuge um über 50 Prozent zu. Das Plus dürfte eher an hohen Kraftstoffpreisen und sinkenden E-Auto-Preisen liegen als an neuen Förderprogrammen. Diese spielen angesichts der Größenordnung des Zuwachses vermutlich eine untergeordnete Rolle, wenngleich laut BAFA knapp die Hälfte der bis Ende Juni eingegangenen Förderanträge für Elektroautos von privaten Haushalten sich auf Leasing beziehen. Diese Attraktivität dürfte auch daran liegen, dass Leasing das Risiko neuer Technologien abfedern kann, ohne dass sich der Nutzer langfristig bindet.
Erste Wirkung zeigen die Infrastrukturprogramme des Bundes: Das Segment Baumaschinen wuchs um 20 Prozent bei den Aufträgen (nach Volumen). Ein anderes Bild zeigt sich bei Produktionsmaschinen und Nutzfahrzeugen. Maschinen für die Produktion und Nutzfahrzeuge als Spiegel der konjunkturellen Entwicklung verzeichneten dagegen einstellige Rückgänge.
Ausblick
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für das Gesamtjahr Wachstumsraten zwischen 0,5 Prozent (Bundesbank, DIW) und 0,9 Prozent (IWH). Das ifo Institut hat seine Prognose im Juni auf 0,8 Prozent angehoben. Getragen wird die Erholung vor allem von den Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung.
Für die zweite Jahreshälfte zeichnet sich ein geteiltes Bild ab. Transformationsnahe Segmente – Baumaschinen, IT, batterieelektrische Fahrzeuge – dürften weiterwachsen. Klassische Investitionsgüter für die Industrieproduktion bleiben dagegen unter Druck. Ohne spürbare Entlastung bei der Bürokratie und ohne anziehende Exportnachfrage ist bei den Ausrüstungsinvestitionen kurzfristig keine Trendwende zu erwarten. Ob die eingeleiteten Reformen dafür ausreichen, bleibt abzuwarten.


