Aktuelle Mitteilungen

Geschäftsklima des Mittelstands auf Rekordhöhe

Die mittelständische Wirtschaft läuft auf Hochtouren. Das KfW-Mittelstandsbarometer steigt im September erneut auf Rekordhöhe an. Die aktuelle Geschäftslage beurteilen die Unternehmen so gut wie noch nie seit Beginn der Befragungen 1991. Auch die Erwartungen ziehen an, im Vergleich zur Lageeinschätzung eher moderat. „Die Unternehmen gehen offenbar fest davon aus, dass die Konjunktur mindestens bis zum Ende des Winters schwungvoll bleiben wird“, schreiben die Experten von KfW Research.

Auch die Großunternehmen gehen mit besserer Stimmung in den Herbst, jedoch nicht ganz so euphorisch wie der Mittelstand. Nicht zuletzt spiegelt sich die gute Stimmung im Mittelstand auch im Geschäftsklima der mittelständischen Leasing-Wirtschaft wider. Zum Ende des 3. Quartals steigen sowohl die Lagebeurteilungen wie auch die Erwartungen an die kommenden sechs Monate das dritte Mal in Folge an.  

Zum KfW-Mittelstandsbarometer

Zum Geschäftsklima Mobilien-Leasing 

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Gemeinschaftsdiagnose: Aufschwung gewinnt an Stärke | Investitionen kommen in Gang

„Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat an Stärke und Breite gewonnen. Neben den Konsumausgaben tragen nun auch das Auslandsgeschäft und die Investitionen zu Expansion bei“, beschreiben die fünf führenden Wirtschaftsinstitute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2017, die heute vorgestellt wurde. Sie verzeichnen eine kräftige Zunahme der privaten und staatlichen Investitionsausgaben, relativieren jedoch: „Die Investitionstätigkeit kommt spürbar in Gang, auch wenn die Expansionsraten hinter den Werten früherer Hochkonjunkturen zurückbleiben.“

Aufgrund der hohen Kapazitätsauslastung schätzen die Experten, dass die Unternehmen ihre Erweiterungsinvestitionen verstärken.

Für das Gesamtjahr 2017 erwarten die Institute, dass die Ausrüstungsinvestitionen um 1,8 Prozent zulegen, wobei für das Schlussquartal ein Wachstum von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum prognostiziert wird. 2018 sollen die Ausrüstungsinvestitionen um 4,3 Prozent und 2019 um 3,5 Prozent steigen. "Wenn die Prognose eintritt, sind die Aussichten für die Leasing-Wirtschaft gut", erklärt BDL-Hauptgeschäftsführer Horst Fittler. "Denn über die Hälfte der außenfinanzierten Investitionen wird über Leasing realisiert. Allerdings stellt sich die Frage, ob diese Wachstumsraten ausreichen, um die bestehende Investitionslücke in Deutschland zu schließen." 

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„Grundidee des Leasing erfährt in diesen Zeiten Renaissance“

BDL-Präsident Kai Ostermann spricht im Interview mit der Fachzeitschrift FLF – Finanzierung, Leasing, Factoring über aktuelle Herausforderungen der Leasing-Wirtschaft, u.a. die Digitalisierung der Branche, Anforderungen der Regulierung, Refinanzierung und Nachwuchsförderung. Zudem führt er die BDL-Zukunftsstrategie „Leasing2020“ aus, die im Kern die Positionierung der Leasing-Wirtschaft als mittelständisch mit Nähe zur Realwirtschaft vorsieht. Mit Blick auf die Bundestagswahl am 24. September bestärkt er die Verbandsforderungen nach Investitions- und Innovationsförderung sowie einer angemessenen Regulierung. 

Im Interview kritisiert der BDL-Präsident die Niedrigzinspolitik, die bei guter Leasing-Neugeschäftsentwicklung zu anhaltendem Ertragsdruck führe. Dem versuchten die Leasing-Gesellschaften durch Standardisierung und Digitalisierung auf der Kostenseite entgegenzuwirken. Mittelfristig geht er von einer Veränderung der Situation an der Zinsfront aus.

Leasing und Digitalisierung

Der Digitalisierung misst Ostermann große Bedeutung als Innovationstreiber bei - auf Seiten der Leasing-Gesellschaften, die digitale Geschäftsmodelle und Vertriebskanäle entwickeln, und auf Seiten der Leasing-Kunden, wo neue Märkte entstehen. Die Branche habe in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sich auf neue Märkte und Innovationen einstellen kann. „Die ersten IT-Objekte in Deutschland – Großrechner – waren Leasing-Objekte. Leasing-Gesellschaften haben sich mit ihren Geschäftsmodellen schon immer an Absatzmärkten, Objekten und Branchen ausgerichtet. Insoweit ist die Leasing-Branche gut darauf eingestellt“, urteilt der BDL-Präsident. Beim Thema Digitalisierung liegt die Frage nach dem Umgang mit Fintechs nahe. Ostermann sieht diese nicht als Konkurrenten der Branche, sondern eher als mögliche Partner: „Die meisten Fintechs haben bisher aus der Wertschöpfungskette ein Element herausgenommen und dieses Element mit moderner Technologie kundenfreundlicher gestaltet. Allerdings reicht ein Teilstück nicht aus, gerade in unserem hoch regulierten Markt, einen großen Mehrwert zu erzielen. Daher spricht einiges für Kooperationen.“

Angemessene Regulierung

Gegenüber einer neuen Bundesregierung bekräftigt Ostermann die Forderungen des BDL nach einer verstärkten Investitions- und Innovationsförderung in Deutschland sowie einer angemessenen Regulierung, die der mittelständischen Struktur der Leasing-Branche Rechnung trägt. „Wir sind deutlich kleiner als Banken und wir sind wesentlich risikoärmer und weniger komplex. Wenn man also für kleinere Kreditinstitute Erleichterungen schaffen will, muss man bei den Leasing-Gesellschaften, die im Schnitt noch viel kleiner sind und weniger Risikogehalt haben, erst recht anpassen“, nimmt der BDL-Präsident Bezug auf Diskussionen, kleinere, regionale Kreditinstitute bei einer Reihe von Regulierungsanforderungen zu entlasten. Für Leasing-Gesellschaften wünscht er sich konkrete Erleichterungen zum Beispiel bei Meldeumfängen. „Oder müssen Leasing-Gesellschaften tatsächlich einer Institutsvergütungsverordnung unterliegen? Dies tun sie im Übrigen nur in Deutschland – mit all den Dokumentationspflichten“, kritisiert er.

Deutsche Wirtschaft braucht mittelständische Finanzwirtschaft

Die Erhaltung der mittelständischen Struktur der Leasing-Branche sei jedoch nicht nur Selbstzweck: „Ich bin der festen Überzeugung, dass die deutsche Wirtschaft, mittelständisch geprägt, auch eine mittelständische Finanzwirtschaft braucht“, betont der BDL-Präsident im Interview. Das bedeutete nicht, dass es in Deutschland nicht auch die ganz Großen geben muss: „Deutschland braucht diese Mischung, dazu zählen kleinere Kreditinstitute wie Sparkassen oder Volksbanken, aber auch Leasing-Gesellschaften. Es sind eher die kleineren Finanzdienstleister, die abseits des Kapitalmarktgeschäfts mit all seinen Volatilitäten unterwegs sind. Sie tragen zur Stabilisierung bei und sind gerade für Mittelständler als langfristig orientierter Sparringspartner sehr wichtig.“

Leasing ist nach wie vor zeitgemäßes Produkt 

Zum Abschluss des Interviews zeigt sich Ostermann optimistisch, dass die Leasing-Wirtschaft mit ihrem nach wie vor zeitgemäßen Produkt alle Herausforderungen meistern werde: „Die Grundidee des Leasing – Nutzen zählt, weniger das Eigentum – passt in die neue Welt einer Sharing Economy mit serviceorientierten Ansätzen und Cloud-Lösungen. Der Grundgedanke erfährt dadurch vielleicht sogar noch eine Renaissance.“

Das Interview mit dem BDL-Präsidenten in der FLF lesen

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Der BDL – Vertreter der deutschen Leasing-Wirtschaft

Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) mit Sitz in Berlin ist die Interessenvertretung der deutschen Leasing-Wirtschaft, die für ihre Kunden 2016 Investitionen von 64,2 Mrd. Euro (inklusive Mietkauf) realisiert hat. 

Ziel des BDL ist es, Leasing in Deutschland zu fördern und zu schützen – aus Anbieter- wie aus Kundensicht. 156 Leasing-Gesellschaften haben sich im BDL zusammengeschlossen, um sich im Dialog mit Gesetzgeber, Verwaltung und Öffentlichkeit für die Belange der Branche und des Produkts einzusetzen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent des Leasing-Marktvolumens. 

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BDL-Jahresbericht 2017

Schwerpunktthema:
Digitale Aufbruchstimmung in der Leasing-Wirtschaft. Zudem umfangreiche Analysen des Marktes und der Rahmenbedingungen.

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