Aktuelle Mitteilungen

Noch läuft die deutsche Wirtschaft rund, doch der Blick in die Zukunft ist eingetrübt. Die Unternehmen blicken merklich verhaltener auf ihre künftigen Geschäfte. Der DIHK spricht in seiner heute in Berlin vorgestellten Konjunkturprognose Herbst 2018 mit dem Titel „Die Luft wird dünner“ sogar von der stärksten Eintrübung der Geschäftserwartungen seit vier Jahren.

Besonders zeige sich dies in der Industrie. Neben dem Fachkräftemangel spielen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland und weltweit eine entscheidende Rolle. Auch die Exporterwartungen gingen laut Umfrage deutlich zurück. Die Handelskonflikte hinterlassen ihre Schrammen. Die gestiegene Unsicherheit wirkt sich nicht zuletzt auf die Investitionsdynamik aus, die nachlässt. Besonders stark ist dies bei international tätigen Großunternehmen der Fall. „Die Bundesregierung muss handeln und die Rahmenbedingungen für Investitionen am Standort Deutschland verbessern, damit Unternehmensinvestitionen nicht ins Ausland abwandern“, kommentiert Horst Fittler, BDL-Hauptgeschäftsführer. 

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Mehr als das konjunkturelle Umfeld oder die Neugeschäftsentwicklung bewegt derzeit die Digitalisierung viele  Leasing-Gesellschaften. „Wie wird die Digitalisierung die Branche verändern? Wie wollen Kunden künftig mit Leasing-Gesellschaften zusammenarbeiten, über Plattformen, nur noch digital ohne persönlichen Kontakt? Sicher nicht alle, aber wieviel bleibt vom bisherigen übrig?“ Diese Fragen stellte Michael Mohr, BDL-Vorstand, in seiner Keynote zum 3. BDL-Forum Digitalisierung am 2. Oktober 2018 in Berlin.

Wie eine Leasing-Gesellschaft konkret die digitale Transformation angeht, stellte Dr. Hauke Christian Öynhausen, Leiter Konzern-Strategie der Deutsche Leasing AG, in seinem Werkstattbericht dar. Eine zentrale Rolle bei der digitalen Transformation kommt der IT zu. Bei Leasing-Gesellschaften greifen hier die bankenaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT). Christoph Ruckert, Referat Grundsatz IT-Aufsicht und Prüfungswesen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, erläuterte, was die BaFin unter einer angemessenen technisch-organisatorischen Ausstattung der IT-Systeme versteht. In der Podiumsdiskussion „Quo vadis Leasing?“ diskutierten die Teilnehmer über Hürden und Chancen für die Digitalisierung in der Leasing-Branche.

Zum Bericht über das 3. Forum Digitalisierung und zur Bildergalerie hier.  

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In einer Lunch Debate diskutierten gestern BDL-Vizepräsident Jochen Jehmlich und Mitglieder des BDL-Vorstands mit Vertretern des PKM Europe in Brüssel über die Auswirkungen der EU-Politik auf die leasingbasierte KMU-Finanzierung und Realwirtschaft. Im Mittelpunkt der Diskussion stand der Richtlinienvorschlag der Europäischen Kommission zum präventiven Restrukturierungsrahmen.Dieser soll das Sanierungsverfahren regeln, um eine frühe Restrukturierung von betroffenen Unternehmen in die Wege zu leiten und eine spätere Insolvenz zu vermeiden. Der BDL kritisierte gegenüber den Europapolitikern, dass der Richtlinienvorschlag den besonderen Eigentümerverhältnissen des Leasing-Geschäfts nicht Rechnung trägt.

Hintergrund: Leasing-Unternehmen sind aufgrund des Leasing-Geschäftsmodells Eigentümer der verleasten Wirtschaftsgüter. Nach deutscher Insolvenzordnung haben sie durch den gesetzlich verankerten Aussonderungsanspruch einen Zugriff auf ihr Objekt. Erfolgt ein Insolvenzantrag eines Kunden, ist die Kündigung des Vertrags aufgrund von Zahlungsrückständen aus der Zeit vor dem Eröffnungsantrag oder wegen einer Verschlechterung der Vermögensverhältnisse nicht mehr möglich. Der EU-Richtlinienvorschlag sieht nun ein sogenanntes Moratorium vor, wodurch dieser bisherige Zeitpunkt der beginnenden Kündigungssperre sehr weit vorverlagert wird. „Der Zeitraum, in dem das Aussonderungsrecht nicht ausgeübt werden kann, würde in vielen Fällen sogar so weit ausgedehnt werden, dass es mit dem Eigentumsrecht nicht mehr vereinbar ist“, kritisierten die BDL-Vorstandsmitglieder und warnten: „Wenn die Eigentümerstellung mit den daraus resultierenden Rechten nicht weiterhin adäquat geschützt wird, sind in Zukunft viele Leasing-Finanzierungen nicht mehr darstellbar.“

Forderung des BDL

Die aktuelle Gesetzeslage ermöglicht den Leasing-Unternehmen, Investitionen auch bei schwächeren Bonitäten für ihre Kunden zu finanzieren. Denn das Eigentum am Leasing-Objekt gibt ihnen die Sicherheit, insbesondere weil eine entschädigungslose Nutzung nicht möglich ist und weil der Leasing-Geber mit seinem in der deutschen Insolvenzordnung verankerten Aussonderungsanspruch Zugriff auf sein Objekt hat.

Der BDL forderte daher gegenüber den Vertretern des PKM Europe, die Regelungen des präventiven Restrukturierungsrahmens auf Geldkreditgläubiger zu beschränken. Dadurch kann das Hauptziel der Richtlinie, nicht bediente Geldkredite zu vermeiden, effektiv erreicht werden, ohne dass das von der europäischen Rechtsordnung geschützte Eigentum und daraus resultierende Rechte wie das Aussonderungsrecht verletzt werden.

PKM Europe

Eine Gruppe von 20 CDU/CSU-Abgeordneten des Europäischen Parlamentes hat sich 2013 zum Parlamentskreis Mittelstand Europe zusammengeschlossen, um die Interessen des Mittelstandes auf europäischer Ebene zu vertreten.

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Der BDL – Vertreter der deutschen Leasing-Wirtschaft

Der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) mit Sitz in Berlin ist die Interessenvertretung der deutschen Leasing-Wirtschaft, die jährlich Investitionen von rund 65 Mrd. Euro für ihre Kunden realisieren. Aktuell sind dies 55 Prozent aller außenfinanzierten Investitionen.  

Ziel des BDL ist es, Leasing in Deutschland zu fördern und zu schützen – aus Anbieter- wie aus Kundensicht. 152 Leasing-Gesellschaften haben sich im BDL zusammengeschlossen, um sich im Dialog mit Gesetzgeber, Verwaltung und Öffentlichkeit für die Belange der Branche und des Produkts einzusetzen. Sie repräsentieren rund 90 Prozent des Leasing-Marktvolumens. 

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Leasing als Innovationstreiber

Die Leasing-Wirtschaft wirkt nicht nur als Investitions-, sondern auch als Innovationsmotor. Der aktuelle Jahresbericht zeigt, wie Leasing-Gesellschaften Investitionen ihrer Kunden in innovative Technik, in Elektromobilität oder Energieeffizienz ermöglicht haben.

Zum Jahresbericht 2018