ifo Geschäftsklima Leasing: Lage stabilisiert sich, Erwartungen geben deutlich nach

Das Geschäftsklima in der Leasing-Branche hat sich im Februar 2026 weiter abgeschwächt. Der ifo Geschäftsklimaindex sank von 8,2 auf 6,4 Punkte. Ausschlaggebend war dabei nicht die aktuelle Geschäftslage, die sich von 17,1 auf 19,4 Punkte leicht verbesserte, sondern die deutlich eingetrübten Erwartungen: Die Erwartungskomponente fiel von −0,4 auf −5,8 Punkte – der stärkste Rückgang in der Branche seit dem Herbst 2025. Beide Teilkomponenten entwickelten sich damit erneut in entgegengesetzte Richtungen.

Die Divergenz prägt den Februar. Während das operative Tagesgeschäft der Leasing-Gesellschaften noch trägt, trüben sich die Sechs-Monats-Perspektiven spürbar ein. Während das laufende Geschäft noch als stabil bewertet wird, so entsteht für künftige Investitionen jedoch ein zunehmend pessimistischeres Bild. „Die leichte Erholung der Lagebeurteilung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Investitionsneigung weiter abnimmt“, ordnet Dr. Kai Wohlfarth, Referatsleiter Volkswirtschaft und Finanzierung, ein. Von einer Trendwende könne auch im Februar nicht die Rede sein. Die Schwankungen der vergangenen Monate setzen sich fort.

Gesamtwirtschaftliches Umfeld: ifo Geschäftsklima steigt – ohne Schwung

Im Gegensatz zur Leasing-Branche verbesserte sich das gesamtwirtschaftliche ifo Geschäftsklima im Februar von 87,6 auf 88,6 Punkte und übertraf damit die Markterwartungen leicht. Der Anstieg verteilte sich annähernd gleichmäßig auf Lage (85,7 auf 86,7 Punkte) und Erwartungen (89,6 auf 90,5 Punkte). Bis auf den Handel erholte sich die Stimmung in allen großen Wirtschaftsbereichen. Der Zuwachs gleicht vor allem frühere Verluste aus. Ein neuer Aufwärtstrend sei nicht erkennbar, kommentiert Wohlfarth.
Auch der Einkaufsmanagerindex (PMI) hat sich zuletzt erholt, ohne einen nachhaltigen Richtungswechsel anzuzeigen. Beide Stimmungsindikatoren bewegen sich seitwärts auf einem Niveau, das noch keine dynamische Konjunkturbelebung signalisiert. „Die Frühindikatoren zeigen Stabilisierung, aber noch keine Wende. Für eine belastbare Einschätzung der Investitionsdynamik reicht das nicht aus“, so Wohlfarth.

Ursachen und Einordnung: Strukturelle Investitionsschwäche bleibt bestimmend

Die gesamtwirtschaftlichen Auftragseingänge legten im vierten Quartal 2025 gegenüber dem dritten Quartal nominell um 9,6 Prozent zu. Dieser Wert sei mit Vorsicht zu interpretieren, kommentiert Wohlfarth: Ohne die schwankungsanfälligen Großaufträge – darunter ein erheblicher Anteil aus dem Rüstungsbereich – fiel der Zuwachs deutlich moderater aus. „Verteidigungsaufträge allein tragen keine breite Investitionsbelebung im zivilen Bereich. Die anhaltende Zurückhaltung bei produktiven Sachinvestitionen bleibt das strukturelle Kernproblem und spiegelt sich unmittelbar in den eingebrochenen Erwartungen der Leasing-Gesellschaften wider. Fehlende wirtschaftspolitische Klarheit verstärkt diesen Effekt zusätzlich“, so Wohlfarth.

Rahmenbedingungen: Fiskalischer Impuls entfaltet begrenzte Wirkung

Der für 2026 erwartete fiskalische Impuls von rund 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts dürfte die Wirtschaft nur teilweise erreichen. Solange das Vertrauen in verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen fehle und strukturelle Reformen ausblieben, bleibe der Multiplikatoreffekt dieser Maßnahmen begrenzt. Die Geldpolitik der EZB habe sich entspannt, liefere jedoch keinen eigenständigen Investitionsimpuls. „Fakt ist: Fiskalische Impulse entfalten ihre volle Wirkung nur, wenn wirtschaftspolitische Planungssicherheit sie begleitet – daran fehlt es gegenwärtig“, betont Wohlfarth.

Ausblick: Erholung möglich – Unsicherheit bleibt hoch

Für 2026 bleibe eine moderate konjunkturelle Erholung das wahrscheinlichste Szenario, wenngleich die Prognosen erheblich voneinander abweichen, prognostiziert der Referatsleiter. Commerzbank Economics und der Sachverständigenrat erwarten ein BIP-Wachstum von jeweils 0,9 Prozent; Helaba prognostiziert kalenderbereinigt 1,5 Prozent. Die Bundesbank revidierte ihre Schätzung zuletzt auf 0,7 Prozent kalenderbereinigt nach unten, maßgeblich wegen der US-Handelspolitik. Die Bandbreite von 0,7 bis 1,5 Prozent spiegelt die hohe Prognoseunsicherheit wider. 
Für die Leasing-Branche bedeutet das eingebrochene Erwartungsniveau des Februars, dass kurzfristig keine Nachfrageausweitung zu erwarten ist. „Eine spürbare Aufhellung der Branchenstimmung setzt voraus, dass sich Investitionsneigung und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen gemeinsam verbessern – beides ist gegenwärtig nicht erkennbar.“

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