Der ifo Geschäftsklimaindex für die Leasing-Branche sank im März 2026 von 6,1 auf -0,6 Punkte und fiel damit erstmals unter die Nulllinie. Ursache ist nahezu ausschließlich der Einbruch der aktuellen Geschäftslage, die von 18,7 auf 2,8 Punkte zurückging. Die Erwartungskomponente entwickelte sich gegenläufig: Sie verbesserte sich leicht von −5,9 auf −4,0 Punkte, blieb jedoch weiterhin negativ. Beide Teilkomponenten befinden sich nun auf vergleichbar niedrigem Niveau; die Divergenz der Vormonate zwischen stabiler Lagebeurteilung und eingetrübten Sechsmonatsperspektiven hat sich damit aufgelöst.
„Der Einbruch der Lagebeurteilung ist in erster Linie auf die geopolitische Schocklage zurückzuführen. Anhaltende Unsicherheit über Energieversorgung und Lieferketten lässt Investitionsfinanzierungen im zivilen Bereich rasch innehalten – das schlägt sich unmittelbar in den Branchenzahlen nieder“, ordnet Dr. Kai Wohlfarth, Referatsleiter Volkswirtschaft und Finanzierung, ein. Strukturelle Belastungen in der Investitionsneigung seien damit nicht überwunden, bildeten aber in diesem Monat nicht den dominanten Auslöser.
Gesamtwirtschaftliches Umfeld: Erwartungsabsturz in allen Sektoren
Der gesamtwirtschaftliche ifo Geschäftsklimaindex fiel im März von 88,4 auf 86,4 Punkte. Während die aktuelle Geschäftslage mit 86,7 Punkten gegenüber dem Vormonat unverändert blieb, brachen die Geschäftserwartungen von 90,2 auf 86,0 Punkte ein. Der Rückgang erfasste alle großen Wirtschaftsbereiche gleichermaßen. Die stabile Lagekomponente zeigt, dass die realwirtschaftlichen Folgen des Nahost-Krieges im März noch nicht eingetreten waren; der Erwartungsabsturz signalisiert jedoch, dass Unternehmen für die kommenden Monate erhebliche Belastungen einpreisen – insbesondere im Falle einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus mit Konsequenzen für Energiepreise und die Versorgung mit Vorprodukten. Modellschätzungen legen nahe, dass ein fortdauernder Konflikt das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um rund 0,4 Prozentpunkte dämpfen könnte.
Rahmenbedingungen: Fiskalimpuls kann Schock nicht kompensieren
Der für 2026 vorgesehene fiskalische Impuls von rund 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts kann die durch den Schock ausgelöste Investitionszurückhaltung nicht kompensieren. Sein Multiplikatoreffekt setzt wirtschaftspolitische Planungssicherheit voraus – eine Bedingung, die unter den aktuellen Verhältnissen nicht erfüllt ist. Die EZB-Geldpolitik bleibt expansiv ausgerichtet, liefert jedoch keinen eigenständigen Wachstumsimpuls. „Fiskalische Entlastungen und geldpolitische Rahmenbedingungen können einen externen Schock dieser Qualität nicht abfedern – dafür fehlt ihnen die nötige Wirkungsgeschwindigkeit“, betont Wohlfarth.
Ausblick: Erholung setzt Konfliktlösung voraus
Die Prognosebandbreite für das deutsche BIP-Wachstum 2026 von 0,7 bis 1,5 Prozent ist unter den veränderten Bedingungen mit deutlich größerer Unsicherheit behaftet als noch im Vormonat. Das Basisszenario einer moderaten Erholung bleibt denkbar, sofern der Konflikt zeitnah beigelegt wird und keine dauerhaften Energiepreisverwerfungen eintreten. Eine Verlängerung der Krise hingegen würde die bestehenden Prognosen unter Abwärtsdruck setzen. „Für die Leasing-Branche ist kurzfristig keine Nachfrageausweitung zu erwarten. Eine Stabilisierung der Branchenstimmung setzt voraus, dass sich sowohl die geopolitische Lage als auch die inländische Investitionsdynamik erkennbar aufhellen.“

